Die Bürgergeschlechter

Es werden alle Geschlechter beschrieben, die seit dem Spätmittelalter als alte Kilcher oder alte Landleute von Unterwalden in Alpnach das Kilcherrecht besassen oder erwarben, ohne dass man ein bestimmtes Anfangsjahr kennt, aber auch jene, die in den folgenden Jahrhunderten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Kilcher- respektive das Bürgerrecht erworben haben. Von den im 20. Jahrhundert aufgenommenen Geschlechtern sind nur jene fünf dargestellt, die auf der Wappentafel von Paul Fischer aufgeführt sind. Auch die ausgestorbenen Geschlechter sind erwähnt und beschrieben, je nachdem, wieviel die Urkunden der Nachwelt überliefert haben.
Albert – Das Geschlecht stammt aus dem Kanton Uri. 1532 wurde Hans Albert von Mairengo (Tessin) mit seinen Söhnen ins Urner Landrecht aufgenommen, weil er bei der Schlacht von Kappel zusammen mit den Urnern gekämpft hatte; er liess sich in Bürglen nieder. Einer seiner Nachkommen, Max Albert-Müller (1815–1881), übersiedelte 1861 mit seiner Frau und den sechs Kindern nach Alpnach. Im Bürgerratsprotokoll taucht der Name erstmals 1877 auf: Erwähnt werden zwei Brüder Albert im Äschi, die einen neuen Stall bauen wollten. Da keine Vornamen erwähnt sind, ist ein Zusammenhang mit Max Albert-Müller nicht ersichtlich. Ein Sohn von Max Albert-Müller, Johann Albert-Infanger (1850–1916), liess sich im Sattel nieder und begründete die Linie der Albert im Sattel. 1890 kaufte er auch das Seewli. Ein zweiter Sohn von Max Albert-Müller, Johann Joseph Albert-Waser (1855–1937), liess sich im unteren Feld nieder (heute Brünigstr. 40) und begründete die Linie der Albert im unteren Feld. Er erwarb am 29. November 1896 das Alpnacher Bürgerrecht, vorbehältlich der Verleihung des Kantonsbürgerrechtes durch die kommende Landsgemeinde. Dies geschah 1897. Gleichzeitig erwarb er das Korporationsbürgerrecht für sich mit dem Anrecht der Nachkommen, sich später für eine verminderte Gebühr einzukaufen. Ein dritter Sohn von Max Albert-Müller namens Franz Albert-Wagner (1856–1912) war Lehrer und Sonnenwirt, Gemeinderat und Kantonsrat; er kämpfte in den 1880er-Jahren bei den Auseinandersetzungen mit den Bürgern auf Seiten der Beisässen und liess sich nicht einbürgern. Von den zehn Kindern des oben genannten Johann Joseph Albert-Waser, Feld, liessen sich ins Korporationsbürgerrecht aufnehmen: 

1937: Josef Albert-Wallimann, Feld (östlich der Strasse), Alois Albert-Meier, Feld (westlich der Strasse), Eduard Albert, Feld, (1887–1952) und Marie Albert.
1938: Paul Albert-Zimmermann (Bundesweibel in Bern), Franz Albert-von Moos (USA).
1947: Alfred Albert-Dober (Lehrer in Stans).
Amgrund – siehe Imgrund
Amstad – Mit Stad/Gestade bezeichnete man das als Landungsplatz dienende Ufer an einem See. Die dortigen Bewohner hatten den Zunamen am Stad oder Amstad. Der Name ist bereits im 13. Jahrhundert in Horw belegt: Der Abt von Murbach und der Probst des Klosters von Luzern bestätigten am 13. 9. 1273 der Äbtissin von Rathausen den Kauf von Eigengütern von dem Kloster Luzern zustehenden Leuten, unter anderem von Walther an dem Stade von Horw. Ebenso ist das Geschlecht 1314 erwähnt im Almoseramtsrodel des Klosters im Hof in Luzern. Die Amstad sind auch ein altes Landleutegeschlecht von Nidwalden und waren Ürtner von Beckenried, Emmetten und Stansstad. Ein Peter Hermann Amstad wird 1674 erstmals im Einungsbuch Alpnach erwähnt: Man bewilligt ihm 17 Klafter Land für einen Hausplatz. Alois Businger erwähnt 1836 in seinem Buch über Unterwalden den in Sitten lehrenden Professor Joh. Baptist Amstad (1752–1837) aus Alpnach. Nach Cordonier soll dieser Amstad ein gebürtiger Beckenrieder und Priester gewesen sein und in den Kollegien von Sitten und Saint-Maurice Philosophie und Mathematik gelehrt haben. Er gab 1788 in Sitten eine «Anleitung zur deutschen Sprachkunst zum Gebrauch der studierenden Jugend» heraus. Im Mitgliederverzeichnis der Altarssakraments-Bruderschaft finden wir ab 1814 einen Kaspar Amstad. 1845 wird Amstads Gumeli erwähnt, und in einem Inserat in der «Obwaldner Zeitung» wird 1870 ein Kaspar Amstad, Balisried, genannt. Ein Kaufbrief von 1875 präzisiert den Wohnort von Kaspar Amstad mit Oberbalisried. Nach den Notizen von Paul Fischer soll 1870 ein Amstad ins Korporationsbürgerrecht aufgenommen worden sein. Einzelheiten und Belege dazu wurden nicht aufgefunden. Es dürfte sich jedoch um den genannten Kaspar Amstad im Balisried handeln. Allerdings lebte damals in Alpnach auch ein Schmied namens Remigi Amstad, der 1881 und 1883 in den Ratsprotokollen erwähnt wird.
Amstein – Auch am Stein geschrieben. Angesehenes, wohlhabendes Geschlecht aus Wolfenschiessen, das vom 13. bis ins 16. Jahrhundert eine bedeutende Rolle in Ob- und Nidwalden spielte. 1372 sind Claus, Jans und Ueli am Stein im Verzeichnis der Geld- und Kernenzinse des Frauenklosters Engelberg von Gütern in Alpnach erwähnt. Ueli Amstein war 1368 einer der Vertreter der Kilcher beim Kaufgeschäft mit der Freifrau Margaretha von Wolhusen. Ein Heinrich Amstein war 1434 Vertreter der Teiler nid dem Feld vor dem Fünfzehnergericht. Ein Nachfahre namens Johann Amstein war in den Jahren 1526–1544 sechsmal Landammann von Obwalden. Er starb um das Jahr 1547. Christoffell und Beat am Stein werden noch 1647 im St. Anna-Rodel von Alpnach erwähnt.
Anderhirsern – Auch an der Hirseren oder Hirsimann geschrieben, abgeleitet von Hirseren oder Hirseli, den Anbauflächen von Hirse. Auch in Alpnach gibt es ein Hirseli im Weiler Schlieren. Heinrich an der Hirseren ist 1424 vor dem Fünfzehnergericht einer der Vertreter der Landleute gegen die klagenden Inhaber der alten Fährenrechte, und 1434 ist er beteiligt an der Teilung der Korporation Alpnach in die Teile ob dem Feld und nid dem Feld. In den Jahren 1434–1465 (?) war er mehrmals regierender Landammann von Obwalden. Später wohnte er in Sarnen. Er hinterliess keine männlichen Nachkommen. Ein Jakob Anderhirsern von Alpnach war 1448 in mailändischen Kriegsdiensten. 1435 und 1453 ist ein Hänsli an der Hirsern, 1529 ein Hänsli Hirsimann für Alpnach bezeugt. 1534 und 1547 wird ein Willi Anderhirsern nachgewiesen, dessen Sohn 1540 am Grab von Bruder Klaus geheilt worden ist. Dönÿ Hÿrsÿman war 1565 und 1573 Alpnacher Vertreter im Fünfzehnergericht. Nach einem Gerichtsprotokoll vom 17. Februar 1589 stand ein Anton Hirsimann als Kläger vor dem Gericht, und 1598 ist im Ratsprotokoll der Regierung ein Michael Hirsimann genannt; bei den beiden Letzteren ist allerdings nicht gesichert, dass sie in Alpnach wohnhaft waren.
Andermatt – Die Andermatt sind alte Landleute von Obwalden, kommen aber auch in den Kantonen Luzern und Zug vor. Der Name bezeichnet die Herkunft: an der Matt, a der Matt, ab der Matt oder in der Matt. Sie waren Teiler im Ramersberg, wo der Flurname schon im 13. Jahrhundert erwähnt wird. Der Familienname taucht erstmals in einer Urkunde im Jahr 1257 in der lateinischen Form «magistro Heinrico im Prato» auf, was allerdings sowohl als Heinrich in der Matt als auch als Heinrich im Feld gelesen werden kann. Um 1320 ist im Propsteirodel des Klosters im Hof in Luzern ein Seli in der Matta in Alpnach belegt. Eine Kathrin Indermatt oder Andermatt war um 1540 gemäss Ratsprotokoll die Frau des Alpnacher Richters Melcher Infanger. 1541 treffen wir einen Melcher Andermatt als Kläger gegen einen Schönenbüel vor dem Fünfzehnergericht. Damit ist nicht gesagt, dass dieser Andermatt in Alpnach gelebt hat oder hier gar Kilcher gewesen ist. Als gesichertes Datum für die Aufnahme der Andermatt ins Kilcherrecht gilt das Jahr 1572: In diesem Jahr wird gemäss Einungsbuch ein Ulrich Andermatt, bisher in Nidwalden, samt seinem ältesten Sohn für je 50 Gulden ins Alpnacher Kilcherrecht aufgenommen. Als Alpnacher Vertreter sass 1593 Balzer Andermatt im Fünfzehnergericht. 1645 war ein Wolfgang Andermatt Weibel in Alpnach; er stiftete 1662 die kleinste Glocke für die Kirche. Ebenfalls das Weibelamt bekleidete 1739 ein Johann Josef Andermatt. Bei der letzten Sitzung des Siebengerichtes vor dem Einmarsch der Franzosen 1798 sass Kapellvogt Niklaus Andermatt in diesem Gericht, und zur Zeit der Helvetik war ein Melchior Andermatt Weibel in Alpnach. Wahrscheinlich ist es derselbe Andermatt, der zur Zeit des Kirchenbaues als Johann Melchior Andermatt, Gässli, (1766–1847) Gemeindepräsident, Spitalherr und Landrat war. Ausserdem war er Kirchenvogt, sass ab 1825 im Siebengericht und war ab 1829 Gültenprotokollschreiber. 1826 wurde ein Joseph Andermatt zum Säckelmeister gewählt. Im 19. Jahrhundert war das Geschlecht in Alpnach noch zahlreich vertreten. Doch gegen Ende des Jahrhunderts sind einige Familien ausgestorben, andere sind verarmt und ausgewandert. 1907 war ein Alois Andermatt noch Besitzer der Rieden. Er lebte allerdings zu dieser Zeit in Göschenen. 1929 starb mit der Witwe eines Josef Andermatt das Geschlecht in Alpnach vorübergehend aus. Heute ist es wieder mit zwei Personen, Nachkommen von auswärts lebenden Alpnacher Bürgern, in Alpnach vertreten.
von Atzigen – Die von Atzigen sind alte Kilcher von Alpnach. Der Name stammt vom Flurnamen Atzigen auf der Rengg, der vom alemannischen Personennamen Atzo abgeleitet ist. 1314 wird erstmals im Almoseramtsrodel des Klosters Luzern ein Gut Atzigen (de bono in Atzingen) erwähnt. Die Endung -ingen bedeutet, dass es sich um den Hof bei den Leuten des Atzo handelt. 1424 klagte Wälti von Atzigen zusammen mit weiteren Inhabern des alten Fährenrechts vor dem Obwaldner Fünfzehnergericht. Der erste von Atzigen als Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht war 1532 Welty von Atzigen. Gemäss Gültenurbar von 1526 zinste er im Jahre 1522 dem Staat ab seiner «hoffstat am nideren Stat». Im St. Anna-Rodel der Pfarrei Alpnach ist er als Walthart von Atzigen mit seiner Frau Cathrina Büntner aufgeführt. Ein Christoph von Atzigen war 1571 zusammen mit Landammann Wolfgang Schönenbüel und anderen Ratsherren in der Kommission, die Buch zu führen hatte über die Personen, die in Alpnach das Kilcherrecht hatten oder neu erwarben. Er dürfte identisch sein mit jenem Stoffel von Atzigen, der auf der Schönenbüel-Kollektivscheibe von 1600 aufgeführt ist. Der herausragendste Vertreter des Geschlechts ist Landammann Johann Melchior von Atzigen (13. August 1622 – 17. November 1683), der 1676 und 1680 Landammann war. Er war mit Katharina Stockmann, einer Tochter von Landammann Wolfgang Stockmann, verheiratet. Überdies war er Landsäckelmeister (1668–1672), Pannerherr von Ob- und Nidwalden (1681) und an die 40-mal Vertreter von Obwalden bei der Tagsatzung. Nach der Überlieferung lebte er im Grund (heute Grunderbergstrasse 11) in einem Haus, das er wohl auch gebaut hatte.
Die heute in Alpnach lebenden von Atzigen lassen sich in drei Stämmen auf die Brüder Niklaus (geboren 1789), Alois (geboren 1792) und Josef (geboren 1793) zurückführen, die ihrerseits in der 5. Generation von Landammann Johann Melchior abstammten. Die von Atzigen haben in all den Jahrhunderten der Gemeinde und dem Kanton immer wieder Bürger-, Gemeinde- und Kantonsräte, Richter und Weibel gestellt, die aufzuzählen den Rahmen dieser Zusammenfassung sprengen würde. Erwähnen kann man jenen Zweig der von Atzigen, der mit Josef von Atzigen (1824–1907) im 379
Jahr 1855 das Sigristenamt übernahm und über drei Generationen hinweg versah; der Dritte dieser Sigristenreihe, Franz von Atzigen (1894–1964), war von 1948–1958 Bürgerpräsident. Ein anderer Sohn des genannten Josef von Atzigen mit dem gleichen Namen Josef (1856–1929) übernahm 1885 das Gasthaus Schlüssel, das während drei weiteren Generationen bis in die Gegenwart im Familienbesitz blieb.
Blättler – Der Name ist ein Herkunftsname. Heimwesen mit dem Namen Blatten liegen in der Nähe von Felsplatten. Die Blättler kommen somit von Heimwesen mit dem Namen Blatten. Die Blättler sind ein altes Landleutegeschlecht in Nidwalden und alte Ürtner von Hergiswil (1314), Stans, Ennetbürgen und Wolfenschiessen. Sie sind auch alte Kilcher in Kerns. Erwähnt wird 1438 Richter Walter Blättler von Hergiswil in einer Urkunde im Staatsarchiv Nidwalden. Ab dem 17. Jahrhundert trifft man das Geschlecht zahlreich in Alpnach an, genannt zum Beispiel im St. Anna-Rodel. Als alte Landleute von Unterwalden hatten sie das Landrecht und damit Zugang zu den Ämtern auch in Obwalden. So war der Zoller im Stad 1783 ein Nikolaus Joseph Blättler, der während der Helvetik auch Unteragent in Alpnach war.
Ein anderer Nikolaus Blättler kaufte 1858 die Mühle im Hinterdorf. Er besass auch das westlich angrenzende Grundstück mit der Säge, Öle und Ribi, wo später die Parkettfabrik Risi eröffnet wurde. Dieser Blättler war Mitglied des Dreifachen Rates. Er hatte aus seiner zweiten Ehe mit der Witwe Christine Burch einen Sohn namens Josef, der Elektroingenieur war und seinerseits eine Tochter namens Hildegard hatte. Diese Hildegard Blättler doktorierte 1920 an der Universität Wien zum Dr. phil. I. Sie scheint die erste Frau aus dem Kanton Obwalden zu sein, die den Doktortitel erworben hat. In den 1860er-Jahren war ein Josef Blättler (gestorben 1871) Weibel der Einwohnergemeinde Alpnach, und seit 1861 übte Nauenmeister Valentin Blättler die Fahrrechte für den Kanton auf dem Alpnachersee aus. Franz Blättler im Balisried (gestorben 1885) wurde 1878 in den Kantonsrat und ein Jahr später in den Gemeinderat gewählt.
Lebten die Obgenannten mit dem rechtlichen Status alter Landleute in Alpnach, so erwarben 1896 zwei Blättler auch das Korporationsbürgerrecht von Alpnach. Es waren dies Robert Blättler, Balisried, und Florentin Blättler, im oberen Feld. Auch deren Nachkommen hatten das Einkaufsrecht. Florentins Sohn Maria Blättler, Feld, kaufte sich 1943 ein, der zweite Sohn namens Theodor im Jahr 1951. Heute leben noch zwei Korporationsbürger dieses Namens in Alpnach.
Britschgi – Die Britschgi sind alte Landleute von Obwalden. Der Name ist abgeleitet vom Namen des heiligen Briccius oder Brictius, der im 5. Jahrhundert Bischof von Tours war. Das Wort wird in alten Dokumenten in den verschiedensten Versionen geschrieben, zum Beispiel brichtschi, brichschis, bricy, briczschi und andere. Die Britschgi waren Teiler in Lungern (erwähnt 1467), in der Schwändi (vor 1567), Freiteiler in Sarnen (1587) und vor 1544 Kilchgenossen in Alpnach, denn ab diesem Jahr sass ein Balthasar Britschgi (Bartissar Brichtschÿ), Rengg, für Alpnach im Fünfzehnergericht. Er ist noch bis 1563 belegt. 1571 lebte ein Weibel Britschgi auf der Schürmatt. Wiederholt finden wir in den Protokollen der folgenden Jahrhunderte Vertreter dieses Geschlechts als Ratsherren, Kirchenvögte oder Weibel. 1588–1590 war ein Wolfgang Britschgi von Alpnach Landesbauherr und von 1593–1597 Landvogt im Rheintal. Er bekleidete auch das Amt des Landweibels. Er und der oben genannte Weibel Britschgi von der Schürmatt fanden Aufnahme in die Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600. Die grösste Bedeutung bekam jener Zweig der Britschgi, der im 18. Jahrhundert im Balisried sesshaft war. Ratsherr Melchior Britschgi (1749–1818), Balisried, hatte zwei Söhne, welche die Hofmattlinie und die Majorenlinie begründeten:
Auf der Hofmatt lebte sein Sohn Ratsherr Franz Melchior Britschgi (1787–1862). Dessen Sohn Ignaz Britschgi-Spichtig (1840–1919) hatte mehr oder weniger alle Ämter und Beamtungen inne, die im 19. Jahrhundert in einem Dorf zu vergeben waren: Bürgerrat und Bürgerpräsident, Gemeinderat, Kantonsrat, Zivilrichter, Oberrichter, öffentlicher Schreiber, Konkursbeamter, Steuerbeamter und Zivilstandsbeamter. Die Krönung seiner Laufbahn war die Wahl in den Regierungsrat (1890–1896). Seine zwei Brüder Josef und Melchior waren Pfarrer in Alpnach und Sarnen, und ein weiterer Bruder namens Valentin war Schlüssel- und später Rosenwirt. Drei Söhne von Valentin Britschgi wanderten in die USA aus, wo einer der Nachkommen mit dem Namen Andreas Britschgi heute als Oberst bei der US-Airforce dient. Ein Enkel von Regierungsrat Ignaz Britschgi-Spichtig, Dr. Ignaz Britschgi-Portmann (1919–2011), wurde wiederum Regierungsrat (1960–1974), und ein Urenkel, Dr. med. Franz Britschgi-Lengen (geboren 1952), war 15 Jahre Chefarzt im Kantonsspital Sarnen.
Der zweite Sohn von Ratsherr Melchior Britschgi im Balisried war Franz Joseph Britschgi-Rohrer (1797–1882). Dieser war der Vater von Major Melchior Britschgi (1830–1904), der im päpstlichen Schweizerregiment diente und nach seiner Rückkehr in die Heimat (1861) das Hotel Pilatus im Stad baute, den Tourismus auf den Pilatus förderte und Mitinitiator für den Bau der Pilatusbahn war. Auch er besetzte in allen kommunalen und kantonalen Ämtern Spitzenpositionen und sass 1896–1904 ebenso wie sein Cousin im Regierungsrat.
Bucher – Sie waren Kilcher in Kerns und Teiler in Kägiswil, aber auch in anderen Kantonen. Leute dieses Geschlechts lebten immer zahlreich in Alpnach, doch gibt es keinen Beleg, dass sie hier eingebürgert worden wären. Einzig die Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600 gibt einen Hinweis, dass sie hier einmal Kilcher gewesen sein könnten: Auf dieser Scheibe hat ein Bucher (ohne Vornamen) Platz gefunden.
Bucher Dominik (Taufname Jakob Gottlieb), OSB, Abt des Benediktinerklosters Muri-Gries (1871–1945), erhielt 1938 das Ehrenbürgerrecht von Alpnach. Er ist in Alpnach aufgewachsen als Sohn des Josef Alois Bucher und der Anna Marie Gander. Ursprünglicher Bürgerort: Hergiswil.
Burch – Burach/Burch wird abgeleitet von burako (einem Sammelbegriff des Wortes burra = Baumstamm) und bezeichnete einen Ort mit Baumstämmen, also Wald. Das Wort kann auch Weiden, Weiler oder Heimwesen bezeichnen, die an einem Wald liegen. Dieses alte Landleutegeschlecht von Obwalden ist nach Hugo Müller urkundlich erstmals 1350 in der Kilchöre Sarnen nachgewiesen. Die Burch waren ursprünglich Teiler in der Schwendi (1459), im Ramersberg (1578), im Freiteil und in Kägiswil. Die Alpnacher Burch kamen im 16. Jahrhundert aus der Schwendi. Ursprünglich immer als Burach geschrieben, wurde das «a» der zweiten Silbe seit dem 16. Jahrhundert nach und nach weggelassen und verschwand um 1700 ganz; einzig die Kägiswiler Burach haben beide Silben beibehalten. Laut Einungsbuch wurden 1607 in Alpnach die beiden Brüder Moritz und Peter Burach samt den Kindern für 300 Gulden ins Kilcherrecht aufgenommen. Ausserdem mussten sie jedem Kilcher zweieinviertel Ellen Samt spenden. 1627 beschliesst der Rat, dass die Kinder eines Wolfgang Burch, die er auswärts bekommt, auch ins Kilcherrecht aufgenommen werden sollen. Dieser Wolfgang könnte ein Sohn eines der oben genannten Brüder gewesen sein. Im Stammbuch des Bürgerarchivs sind denn auch ab circa 1730 zwei Burch-Linien aufgeführt. Ein Niklaus Burch wohnte in der Gletti, und ein Kaspar Burch in Schoried. Deren Nachkommen im 18. und 19. Jahrhundert finden wir im unteren Hofmätteli, im Grund, im Dorf, in der Klewigen, in der Laubligen, im Zeissel und im Wänzli.
Die Burch spielten keine bedeutenden Rollen im politischen Leben der Gemeinde. 1798 wurde Joseph Burch, ein Sohn von Niklaus Burch in der Gletti, Munizipalrat, und Felix Burch, (wahrscheinlich Josephs Bruder) wurde Unterweibel. Von den Burch der Gletti-Linie hatten im 19. Jahrhundert zwei das Weibelamt inne. Der Jüngere, Anton Burch (geboren 1808), war gleichzeitig Ratsherr und Säckelmeister. Wegen Unregelmässigkeiten in der Amtsführung wurde er 1847 verhaftet. Sein Sohn Albert wurde trotzdem Bürgerrat und 1872 kurzzeitig Kantonsrat. Ab 1874 war Albert Burch Wirt auf dem Rössli im Stad, ging jedoch nach drei Jahren Konkurs. Er und seine Familie wurden armengenössig; es kam gar zu einer Ehescheidung, einem für die damalige Zeit unerhörten Ereignis. Albert Burch wanderte nach Amerika aus, wie etliche andere aus den Burch-Sippen auch. Ein anderer Nachkomme von Niklaus Burch (Gletti), also ein Verwandter von Albert Burch, wurde 1846 gar wegen Totschlags hingerichtet. Besser erging es den Nachkommen von Kaspar Burch von Schoried. Zwei seiner Söhne, Franz Joseph und Johann Joseph, sassen im Kilcherrat. Doch auch dieser Burch-Zweig verarmte. Etliche Glieder der beiden Stämme liessen sich in anderen Kantonen nieder. Nach der Volkszählung von 1880 lebten in Obwalden noch 15 Vertreter des Geschlechts Burch mit dem Alpnacher Bürgerrecht, zwölf davon in Alpnach.
Dürler – Hans Dürler oder Türler war ab 1496 Tagsatzungsabgeordneter von Obwalden und 1503 Landammann. Sein Wohnort ist von der Geschichtsforschung nicht gesichert. Er könnte in Alpnach oder in Giswil Kilcher gewesen sein.
Fischer – Das Geschlecht der Alpnacher Fischer stammt von Geuensee. 1823 nahm Josef Fischer (1787–1836) Wohnsitz in Alpnachstad. Er kaufte dem Fahrbesitzer Josef Durrer dessen Fahrrecht auf dem See für 10’000 Pfund ab und war damit Fahrrechtsbesitzer und Nauenmeister. Sein Sohn Josef Fischer-Wallimann (1834–1906) gründete im Wohnhaus an der Brünigstrasse 8 im Jahre 1855 eine Seilerei, die von seinem Sohn Eduard Fischer (1871–1937) und zwei weiteren Generationen bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts als Familienbetrieb geführt worden ist.
Einer der Söhne von Eduard Fischer, Paul Fischer (1908–1991), betrieb seit 1936 an der Brünigstrasse bei der Kleinen Schliere eine Autogarage und kaufte sich 1958 mit seinen Nachkommen ins Korporationsbürgerrecht ein. Er tat diesen Schritt aus innerer Verbundenheit mit Alpnach, hat er doch Zeit seines Lebens neben seinem Beruf mit grossem Interesse Daten und Bilder zur Vergangenheit seiner neuen Heimatgemeinde gesammelt. Paul Fischer wurde 1966 in den Bürgergemeinderat gewählt, den er von 1971–1974 präsidierte. Er dankte der Bürgergemeinde Alpnach für die Aufnahme ins Korporationsbürgerrecht, indem er interessante historische Dokumente veröffentlichte und an vielen Orten der Gemeinde Bänke und Wegzeichen mit geschichtlichen Erklärungen aufstellen liess.
Garovi – Der Name stammt vom lombardischen Wort Garov (Garrov/Garof) und bedeutet Stein, Fels. Die Garovi stammen von Bissone am Luganersee und sind dort ab Ende des 15. Jahrhunderts bezeugt. Sie wirkten als Baumeister und Architekten vor allem in Italien.
1861 wanderte Peter Garovi (1839–1914) aus der Provinz Como nach Obwalden ein, liess sich in Sachseln nieder und beteiligte sich als Bauunternehmer am Bau der Brünig-, Engelberger- und Kleinmelchtalerstrasse. Ausserdem erstellte er pionierhaft die ersten Wildbachverbauungen in Alpnach und Lungern. Sein Baugeschäft wird noch heute in der vierten Generation in der Carl Garovi AG, Sachseln, weitergeführt. 1896 erwarb Peter Garovi das Korporationsbürgerrecht in Alpnach. Sein Enkel Josef Garovi, geboren 1908 in Sachseln, gestorben 1985 in Locarno, war der bekannte Kirchenmusiker und Komponist, der für sein Schaffen 1977 die Orlando-di-Lasso-Medaille des Allg. Cäcilien-Verbandes und 1978 den Kulturpreis der Innerschweiz erhielt. Josef Garovis Sohn, Dr. Angelo Garovi, geboren 1944, war 1980–2007 Staatsarchivar des Kantons Obwalden. Er verfasste im Jahr 2000 die erste umfassende Geschichte des Kantons Obwalden.
Gasser – Gassen sind Durchgänge zwischen Häuserreihen oder Hecken und Mauern. Wer an einer Gasse wohnte, erhielt zu seinem Vornamen die nähere Bezeichnung «an der Gasse». Das Geschlecht gibt es in vielen Kantonen der Schweiz. Als «an der Gassen» taucht der Name 1381 in Lungern auf, wo die Angehörigen dieses Geschlechts Kilcher und alte Landleute von Obwalden waren. Später waren sie auch Kilcher in Giswil (1642). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wohnten in Alpnach mehrere Familien dieses Namens. 1896 erwarb Josef Gasser-Spiller von Lungern, Landwirt auf der Rengg, das Korporationsbürgerrecht für sich und seine Nachkommen. Seine drei Söhne folgten 1918 diesem Schritt: Josef Gasser-Wallimann (1872–1931) besass den Dellacher im Niederstad, war ab 1920 Wirt auf dem Rössli im Stad und starb kinderlos. Walter Gasser-Kennel (1879–1938), Landwirt auf der Rengg und später in der Grunz, starb ebenfalls kinderlos. August Gasser-Jöri (1875–1956) war Landwirt auf der Rengg, später in der Grabi. Zwei Söhne von August Gasser-Jöri führten das Geschlecht der eingebürgerten Gasser in Alpnach weiter, nämlich Josef Gasser-Wallimann (1910–1986) und August Gasser-Schallberger (1908–1991), beide in der Grabi. Ein Sohn des letzteren, Oswald Gasser-Aregger (geboren 1941), Landwirt in der Grabi, war 1975–1984 Mitglied des Bürgergemeinderates, 1982–1990 Mitglied des Einwohnergemeinderates und 1986–2000 Mitglied des Kantonsrates, den er im Amtsjahr 1996/97 präsidierte. Ausserdem war er 1985–1995 Präsident des Obwaldner Bauernverbandes und in den Jahren 1993 und 1994 Innerschweizer Bauernlandammann.
Götschi – Die Götschi sind alte Landleute von Obwalden. Der Name ist die Kurzform von Gottschalk und war im Mittelalter ein verbreiteter Name im süddeutschen Raum. Die Götschi kommen auch in Freiburg und in Zürich vor. Alte Schreibweisen sind etwa Gotzschy oder Gettschi. In Obwalden waren die Götschi zunächst Kilcher in Sachseln. In Alpnach taucht der Name – allerdings nur als Vorname – schon 1449 bei Götschi Winkelried auf. 1541 wird im Protokoll des Obwaldner Fünfzehnergerichtes ein Hans Götschi von Alpnach erwähnt. Er war ein bedeutender Händler und Säumer und war schon seit 1529 regelmässig in den Gerichtsprotokollen erwähnt worden, wenn auch ohne Angabe eines Wohnortes. Ein erster Beleg für die Aufnahme eines Götschi ins Kilcherrecht findet sich im Einungsbuch 1559 mit Balz Götschi, der zur Zeit der Aufnahme kinderlos war. Am 10. Oktober 1638 wird einem Götschi Mate das erste Kind, das er in Sachseln bekommen wird, ins Kilcherrecht aufgenommen. Dieser Matthäus Götschi soll nach Anton Küchlers Geschichte von Sachseln der Stammvater der Alpnacher Götschi sein, was sich allerdings mit den im Bürgerarchiv vorhandenen Stammblättern nicht belegen lässt. In den Gerichtsprotokollen des Fünfzehnergerichtes wird 1659 ein Beat Götschi in Alpnach als Händler und Säumer erwähnt. Am 17. März 1698 wird nach dem Einungsbuch ein Niklaus Götschi Kilcher von Alpnach. Im Bürgerarchiv beginnt das Stammblatt der Götschi mit Lorentz Götschi, verheiratet mit Franziska von Holzen. Als Wohnort ist «Ob der Kirchen» notiert. Da diese Ortsbezeichnung für Alpnach ungewöhnlich ist, weist sie vielleicht auf die Herkunft dieses Götschi aus Sachseln hin, wo es ein Obkirchen gibt. Erst bei Lorentz’ Enkeln kennt man die Geburtsdaten, nämlich bei Kirchenvogt Johann Sebastian (geboren 1770) und bei Niklaus (geboren 1774). Bei Niklaus wird als Wohnort bereits Klewigen angegeben, wo die Götschi noch im 20. Jahrhundert sesshaft waren. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden verschiedentlich auswärts geborene Kinder von Vätern mit dem Namen Götschi ins Kilcherrecht aufgenommen. Sie waren wohl Nachkommen der oben erwähnten Götschi. Ein Sebastian Götschi war 1825 Ratsherr, Kirchenvogt und Mitglied des Siebengerichtes. Im 19. Jahrhundert waren einige Vertreter dieses Geschlechts Kirchen-, Kapellen- oder Teilenvögte.
Hasler – In einer lateinisch geschriebenen Urkunde von 1257 im Kloster Engelberg wird ein Ulrico Hasilario de Alpinach genannt. Ein Jenni Hasler trat 1449 zusammen mit den Besitzern der Fährenrechte als Kläger vor dem Fünfzehnergericht auf. Vor dem gleichen Gericht vertrat ein Hans Hasler1486 die Kilcher von Alpnach und 1493 die Teiler nid dem Feld. In den Jahren 1531, 1540, 1545 und 1551 sass ein Balthasar Hasler als Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. 1534 vertrat er die Teiler ob dem Feld in einer Auseinandersetzung gegen die nid dem Feld vor dem Gericht.
Hermann – Die Hermann sind alte Landleute in Nidwalden, ursprünglich von Stansstad. In einer Urkunde von Mitte Mai 1399 im Staatsarchiv Nidwalden wird Johann Hermann als Zeuge erwähnt. Die Hermann waren schon vor 1595 Kilchgenossen in Alpnach, denn ein Nichloús Herman war 1595 Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Jener «Niclaus Herman by 29 jaren allt», der im 1. Kanonisationsprozess von Bruder Klaus im Jahr 1591 als Zeuge erschienen ist, dürfte ein Sohn von Richter Herman gewesen sein. Richter Niklaus Hermann erscheint auch auf der Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600. 1657 wird gemäss Einungsbuch das Kind eines Niklaus Hermann, das er ausserhalb des Kilchganges bekommen hat, ins Kilcherrecht aufgenommen. Die beiden dürften Nachkommen des auf der Wappenscheibe genannten Niklaus Hermann sein. 1751 werden Valentin Hermanns drei Kinder Anna Maria, Anna Maria Katharina und Joseph Niklaus Martin, welche in Hergiswil geboren wurden, als Kilcher aufgenommen. Von einer Einkaufssumme ist nicht die Rede. Also dürfte Valentin Hermann bereits Kilcher von Alpnach gewesen sein. 1787 nimmt man wiederum drei Kinder eines Valentin Hermann, die in Hergiswil geboren wurden, ins Alpnacher Kilcherrecht auf. Ob es sich beide Male um den gleichen Valentin Hermann gehandelt hat, muss offen gelassen werden. Bei den 1787 eingebürgerten Kindern ist ein Johann Jakob Joseph genannt, dessen Kind Anna Maria Josepha Hermann 1822 eingebürgert wurde, obwohl er, der Vater, in Hergiswil wohnte. Desgleichen wird 1826 sein Kind Jakob Joseph Xaver Hermann eingebürgert. Die Hermann sind im 19. Jahrhundert in Alpnach, soweit sie Alpnacher Bürger waren, ausgestorben.
Heymann – Jakob Heymann und seine Kinder werden laut Einungsbuch 1597 für 100 Gulden ins Kilcherrecht aufgenommen. Schon 1575 war laut Businger ein Klaus Heymann von Alpnach ins Landrecht aufgenommen worden. 1688 wird des Melch Heimans sel. Stockhen (Stöcken?) erwähnt, und 1732 finden wir im Kilcherrat einen Jo. Melchior Heiman. Noch 1813 wird in der Ecksteinschrift zur neuen Kirche das Geschlecht als Kilchgangsgeschlecht aufgeführt.
Hirsimann – siehe Anderhirsern
Huber – Altes Landleutegeschlecht von Unterwalden, urkundlich erwähnt 1280. Seit der Mitte des 15. Jahrhundert sind sie Kilcher von Kerns. Melchior Huber erhält gemäss Alpnacher Einungsbuch 1616 das Kilcherrecht für sich und seine Nachkommen. Er bezahlt 100 Gulden und jedem Kilcher, der am St. Jörgentag 1617 an die Landsgemeinde gehen darf, zweieinviertel Ellen Samt. Die 100 Gulden werden den Teilern ob dem Feld zugesprochen. 1638 erhalten von Melcher Hubers sel. Sohn Hans alle Kinder, die ihm ausserhalb des Kilchganges geboren wurden, das Kilcherrecht.
Hug – Mit Hug wurden viele Personennamen gebildet: Hugbert (Kurzformen Hubert und Hugo), Hughard, Hueger und andere. Die Hug sind alte Landleute von Nidwalden, dort erstmals erwähnt 1571 mit Hans und Nikolaus Hug im Landratsprotokoll Nidwalden. 1580 erfolgte die Aufnahme ins Nidwaldner Landrecht. Die Hug wurden 1626 Dorfleute in Buochs, im 17. Jahrhundert Genossen in Wolfenschiessen und 1854 Bürger von Stans. In Alpnach lebte allerdings schon 1424 ein Erni Hug. Er beanspruchte ein freies Fährenrecht auf dem See und musste deshalb am 3. März 1424 als Beklagter der Inhaber der alten Fährenrechte vor dem Fünfzehnergericht erscheinen. In Obwalden waren die Hug zunächst Kilchgenossen in Kerns und erhielten 1619 und 1630 das Landrecht. Ab dem 19. Jahrhundert liessen sich Vertreter dieses Geschlechts in Alpnach nieder.
1881 kaufte Alois Hug (1838–1913) das Heimwesen Z’Matt. Er und sein Bruder Johann Hug (1845–1923), Atzigen, erwarben 1896 das Korporationsbürgerrecht in Alpnach. Auch die Nachkommen hatten das Einkaufsrecht. Zwei Söhne von Johann Hug, Atzigen, wurden 1924 ins Alpnacher Bürgerrecht aufgenommen, nämlich Gustav Hug (1879–1942), Atzigen, und Josef Hug (1893–1971), Senn, Schlieren. Von den Nachkommen des Alois Hug, Z’Matt, kauften sich 1913 vier Söhne ins Bürgerrecht ein, nämlich: Jakob (Neuhof, 1884–1953), Johann (Neuhof, 1885–1961), Josef (Städeli, 1888–1956), und Karl (Z’Matt, 1890–1942). Drei Söhne von Jakob Hug (geboren 1884), Neuhof, erwarben das Bürgerrecht im Jahre 1953, nämlich Albert (1924–2004), Josef (geboren 1926) und Johann (geboren 1930). Ein Sohn von Josef Hug (geboren 1888), Städeli, mit demselben Namen Josef (geboren 1924), wohnhaft im Städeli, wurde 1957 eingebürgert. Ein Sohn von Karl Hug (geboren 1890), Z’Matt, namens Josef (geboren 1925), Z’Matt, war bereits 1949 eingebürgert worden.
Jakob Hug (geboren 1884) wurde 1931 in den Bürgerrat und 1944 zum Bürgerpräsidenten gewählt. Sein Sohn Albert (geboren 1924) war 1970–1978 Einwohnergemeinderat und 1970–1986 Mitglied des Kantonsrates. In der Bürgergemeinde versah er 1964–1994 das Amt des Allmendeinigers. Sein Sohn Walter Hug (geboren 1953) war 2000–2012 im Kantonsrat und im Amtsjahr 2009/10 Kantonsratspräsident.
Ifanger – Die Ifanger sind alte Landleute von Unterwalden. Der Name kommt von den Flurnamen Infang oder Ifang, die etwas Eingefangenes, also Umzäuntes, bezeichnen. Die Infanger sind alte Talleute von Engelberg und die Ifanger alte Kilcher von Alpnach. Grundstücke mit dem Namen Ifang gibt es auf der Rengg und in Schoried. Ein Melcher Jnfanger ist 1532 und 1536 als Alpnacher Richter im Fünfzehnergericht bezeugt und ist auch im St. Anna-Rodel Alpnach aufgeführt. Ein Balthasar Ifanger ist 1578 Sustmeister im Stad. In den folgenden Jahrhunderten haben die Ifanger der Gemeinde und dem Kanton viele Bürger- und Gemeinderäte, Kantonsräte und Richter gestellt. Im 19. Jahrhundert gab es aus diesem Geschlecht mehrere tüchtige Handwerker. Hervorzuheben sind die Zimmermeister und Brüder Johann und Franz Ifanger. Johann (1810–1866) baute unter anderem 1847 die Brücke über die Grosse Schliere, 1848 das Zineichenhaus, und 1856–1859 das Hotel Bellevue auf dem Pilatus. Zudem war er beteiligt am Bau des Kantonsspitals, bei den Kirchen von Grossteil und Hergiswil sowie beim Kloster Maria Rickenbach. Sein Neffe Franz Ifanger (1845–1911) war als Kantonsrat und Bürgerpräsident ein bekannter Gemeindepolitiker und war mit dem Bau einer Sägerei und Parkettfabrik an der aufkommenden Industrialisierung beteiligt. Im 19. Jahrhundert sind mehrere Ifanger ausgewandert. Heute ist das Geschlecht noch mit der Ifanger-Linie vom Mulchenrain in Alpnach vertreten.
Imfeld – Die Imfeld sind alte Landleute von Obwalden, ursprünglich Kilcher von Lungern. Die Ableitung des Namens ist klar: Sie wohnten «im Feld», früher oft auch «am Feld» geschrieben. 1257 wird in einer lateinisch geschriebenen Urkunde im Kloster Engelberg der Name erstmals mit «magistro Heinrico im Prato» erwähnt. Ein Niklaus Imfeld, geschrieben Claus am Feld, wurde um 1520 Freiteiler und begründete die Sarner Linie. Er wurde später Landammann. Auch in Sachseln waren die Imfeld Kilcher geworden. Ein Sohn von Landammann Niklaus gleichen Namens erwarb 1559 gemäss Einungsbuch das Alpnacher Kilcherrecht um 50 Gulden «für sein Eigen Person Weillen er Keine Kündt hate». Nach dem St. Anna-Rodel war Barbara am Stein seine Frau. 1563 war dieser Niklaus Imfeld bereits Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht.
Die Kilcher setzten 1571 eine Kommission ein, welche genau Buch zu führen hatte, wer als Kilcher aufgenommen worden war, allein oder mit den gegenwärtigen oder zukünftigen Kindern. Niklaus Imfeld sass neben Landammann Wolfgang Schönenbüel und zwei anderen Alpnacher Kilchern in dieser Kommission. Im Protokoll wird Niklaus Imfeld als Landvogt bezeichnet. Tatsächlich wurde er 1571 Vogt im Freiamt, starb aber noch im gleichen Jahr.
1586 nahmen die Kilcher einen Burkhart Imfeld ins Kilcherrecht auf, und 1596 auch seine Kinder, «si sigendt glich vor oder darnach worden das er Kilcher worden ist». Burkhart Imfeld war aus Lungern und ein Bruder des späteren Landammanns Peter Imfeld. Im spanischen Solddienst bekleidete erden Rang eines Fähnrichs und Leutnants. 1596 sass Burkhart Imfeld als Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Auf der Kollektiv-Wappenscheibe, die im Jahr 1600 für Landammann Wolfgang Schönenbüel angefertigt worden war, ist er ebenfalls erwähnt, was für seine Bedeutung innerhalb der Gemeinde spricht. Die direkten Nachkommen dieser beiden eingebürgerten Imfeld lassen sich nicht ermitteln, auch bei den drei Imfeld nicht, deren Kinder 1697 eingebürgert wurden. Bei den Zeugeneinvernahmen im Hinblick auf die Seligsprechung von Bruder Klaus sagte 1625 ein Kaspar Imfeld von Alpnach aus, er sei nach einem Sturz in die hochgehende Schliere durch Anrufung von Bruder Klaus gerettet worden.
1662 wird Niklaus Imfeld, Wirt am Stad, erwähnt. 1663 nahmen die Kilcher die zwei Kinder eines nicht näher bezeichneten Imfeld ins Kilcherrecht auf, im gleichen Jahr die Kinder eines Hans Melcher Imfeld, und 1674 die fünf Kinder von Marc Imfeld, nämlich Marx, Hans Peter, Hans Josef, Peter Paul und Maria Barbara. 1732 wird ein Marquard Imfeld als Kapellvogt im Stad erwähnt. Dieser könnte ein Sohn jenes Marc Imfeld sein, dessen 5 Kinder 1674 ins Kilcherrecht aufgenommen worden sind. 1700 wurde ein Knabe namens Peter Paul, Sohn des Hans Paul Imfeld, eingebürgert. In den Stammblättern im Bürgerarchiv sind von den Imfeld nur vier Generationen einer einzigen Familie ab der Mitte des 18. Jahrhunderts erfasst, zuerst mit Ratsherr Valentin Imfeld, verheiratet mit Maria Elisabeth Nufer. Sein Sohn Anton (geboren 1779) war ebenfalls Ratsherr.
Verwandtschaftliche Zusammenhänge zu den früheren Generationen lassen sich aufgrund der Stammblätter nicht ausmachen, auch nicht bei Dr. Josef Imfeld, Alpnach, der nach einer Notiz im «Obwaldner Volksfreund» am 25. Juni 1763 starb. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Imfeld als Korporationsbürger noch mit zwei Familien vertreten. Der letzte dieser Imfeld-Familien war der ledige Augustin Imfeld (1911–1987).
Imgrund – Das Geschlecht kommt auch als «Am Grund» vor. Vermutlich waren die Vertreter dieser Familie im Alpnacher Ortsteil Grund ansässig und danach benannt worden. Der Alpnacher Grund war jedenfalls mit Sicherheit schon im 15. Jahrhundert besiedelt. 1506 ist von einem Uli Amgrund zu lesen, der als Kläger vor dem Fünfzehnergericht stand. Ab diesem Zeitpunkt und im 16. und 17. Jahrhundert stösst man in den Gerichtsprotokollen und im St. Anna-Rodel oft auf den Namen Imgrund oder Amgrund. Ein Simon am Grund tritt 1529 namens der Teiler nid dem Feld als Kläger und 1538 als Vogt des Beklagten Hans Imgrund vor dem Fünfzehnergericht auf. In den Protokollen des Gerichtes wird dieser Simon Imgrund, oft genannt als Vogt Amgrund, in den Jahren 1534, 1537, 1542, 1546 und 1549 als Vertreter von Alpnach im Gericht genannt. Vogt Simon Amgrund (gestorben um 1554) war mit Dorothea von Eggenburg verheiratet, welche das Heimwesen Güetigen besass. Wolfgang Imgrund (gestorben 1564) war mehrmals Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Er hatte zwei Brüder namens Heinrich und Kaspar. Heinrich war Hauptmann und 1560 und 1564 Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Ein Heinrich Imgrund von Alpnach war 1567 Landschreiber von Obwalden. Sein Name erscheint auch im St. Anna-Rodel. Es dürfte sich jedes Mal um denselben Heinrich 388
Imgrund handeln. Die drei Brüder besassen 1574 – nach Anton Küchlers Kernser Chronik – Alprechte auf Melchsee. Im ersten Kanonisationsprozess von Bruder Klaus trat «Wolffgang im Grund by 53 jaren allt» zusammen mit seiner Frau Cathrina Zybi, die eine schwere Geburt und eine Verwundung hatte, als Zeuge auf. Ebenso bezeugte eine Appolonia am Grund ihre Heilung von einem Schenkelgebresten. 1617 wurden gemäss Einungsbuch einem Hans Imgrund alle Kinder, die er ausserhalb des Kilchganges bekommen hatte, ins Kilcherrecht aufgenommen. Wahrscheinlich ist es jener Hans Amgrund, der um 1620 Margret von Flüe geheiratet hat und danach als Hans Grindlin und als Wirt in Sachseln erwähnt wird. Ein Sohn aus dieser Ehe mit dem gleichen Namen lebte in Nidwalden, war Säumer und Händler und vermutlich Wirt auf dem Allweg. 1652 stand er als Wachtmeister Hans Imgrund (auch Amgrund genannt) als Beklagter vor dem Fünfzehnergericht Obwalden. Um die gleiche Zeit (1649) wird auch ein in Alpnach wohnender Vetter Hans Amgrund, Sohn des Peter Amgrund, erwähnt. 1698 wurde ein Franz Joseph Im grundt samt seinen Kindern und Nachkommen als Kilcher und Teiler von Alpnach angenommen. Er war ausser Landes geboren worden, konnte jedoch glaubhaft belegen, dass er ein Nachkomme des 1617 aufgenommenen Hans im Grund war, der lange Zeit ausser Landes gewesen sei und die Geburt seines Kindes nie nach Alpnach gemeldet habe. Von der Aufnahmetaxe von 100 Gulden sollten 75 Gulden den Kilchern und 25 Gulden der Pfarrkirche gehören. 1732 finden wir im Rat von Alpnach noch einen Johann Joseph am Grund.
Jöri – Die Jöri sind alte Landleute von Obwalden, Kilchgenossen von Alpnach, früher auch Freiteiler in Sarnen. Alte Schreibvarianten wie Jörgi, Görgi, Jergy zeigen, dass Jöri vom Eigennamen Georg abgeleitet ist. 1534 und 1537 wird ein Hans Iörg im Protokoll des Fünfzehnergerichtes erwähnt. Vielleicht ist er identisch mit Hans Jergÿ, der 1548 für Alpnach im Fünfzehnergericht sass, ebenso 1551 und 1556, jedoch als Hanns Iorge und Hans Jórgenn geschrieben wurde. 1582 war Melch Jöri, vermutlich ein Sohn des obigen Hans, in Alpnach Weibel. 1594 war ein Kaspar Jörgi Landammann; er war jedoch Freiteiler und Teiler in der Schwendi. 1615 war ein Job Jöri Weibel in Alpnach. 1680 wurden die beiden Niklaus und Xaver Jöri ins Kilcherrecht aufgenommen.
Alle heutigen in Alpnach eingebürgerten Jöri stammen von Franz Jöri und Anna Maria Bergmann ab. Der Sohn dieser beiden, Franz Josef, lebte im Gässli und heiratete 1704 Maria Margaretha Sidler. Der Enkel des letztgenannten Ehepaares war Spitalherr Peter Anton Jöri (1752–1837); er hat sich als Kilcherpräsident und Rechnungsführer während des Kirchenbaues grosse Verdienste um den Bau der Alpnacher Kirche erworben. Er lebte auf dem Heimwesen Schweichlig im Grund (ab 1903 Neuheim genannt). Sein Sohn Joseph Anton Jöri (1787–1872) war ebenfalls Kilcherpräsident und 1850–1866 erster Präsident der Einwohnergemeinde Alpnach. Er war 1846 Zeugherr und 1850–1868 Regierungsrat von Obwalden. Von seinen 20 Kindern erreichten zwölf das Erwachsenenalter. Sein Sohn Anton, ebenfalls Ratsherr, heiratete 1839 Josepha Windlin, die Tochter des auf der Dirnachen lebenden Arztes Dr. Franz Joseph Xaver Windlin. Durch diese389
Heirat
kam der Hauptstamm der Jöri auf die Dirnachen. Auf dem Schweichlig starben die Verwandten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts aus. Ein Enkel von Regierungsrat Jöri war Arzt und verstarb 1921 in Montreal.
Eine bedeutende Persönlichkeit war auch Ratsherr Anton Jöri (1879–1973), der Mitbegründer der Raiffeisenbank Alpnach. Seine Grossneffen Josef (geboren 1950) und Marcel (geboren 1954) führten die Tradition der Jöri, sich der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, weiter; Josef Jöri wurde 1990 Gemeinderat und 2004 Gemeindepräsident, Marcel Jöri wurde 1996 Bürgerrat und war 1997–2012 Korporationspräsident.
Keyser – Altes Landleutegeschlecht von Nidwalden, ursprünglich von Hergiswil, mit anderen Schreibweisen auch in Stans und Ennetmoos, urkundlich erwähnt 1507 im Genossenprotokoll Stans. Ein Kaspar Kayser und seine Kinder wurden laut Einungsbuch 1538 Kilcher in Alpnach. Er kam zwar aus Churwalden, sein Vater jedoch soll von Wolfenschiessen ausgewandert sein. Kaspar Kayser war der Schwiegersohn von Landammann Amstein und 1545, 1553 und 1557 Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht, wobei er 1557 als «búmeister Kheisser» genannt ist. Die Verwandtschaft mit den Amstein dürfte seine steile politische Karriere bestimmt haben. 1559 wird er im Protokoll des Fünfzehnergerichtes als alt Baumeister Kaspar Keiser erwähnt, der in der Kirche Alpnach für sich einen Kirchenstuhl gebaut habe. Um 1561 war er offenbar in zweiter Ehe mit Margreth Wirz verheiratet.
Kirsiter – Die Kirsiter sind alte Landleute von Nidwalden und kamen wohl aus Kehrsiten am Bürgenstock. Noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts ist der Name auch als Kerseiter zu finden. In Nidwalden trifft man bereits 1399 auf einen Jenni Kirsiter. Im Kernser Zinsrodel von 1518 wird Uli Kirsiter von Alpnach als Grundbesitzer genannt. In den Jahren 1535–1549 traten mehrere Kirsiter (Uli, Bernhard, Moritz und Heini) vor dem Fünfzehnergericht auf, ohne dass ihre Wohnorte genannt sind. 1587 sass Jacob Kirsiter als Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Die Kirsiter müssen also vor 1587 das Kilcherrecht von Alpnach gehabt haben und zu Vermögen und Ansehen gekommen sein. Der genannte Jacob Kirsiter scheint sein Geld im Handel verdient zu haben; wir finden ihn auch auf der Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel vom Jahre 1600. Im erster Kanonisationsprozess von Bruder Klaus im Jahr 1591 trat ein Jacob Kirsyter als Zeuge auf; da sein Alter mit 27 Jahren angegeben wird, dürfte es sich um einen Sohn oder Verwandten von Richter Jacob Kirsiter gehandelt haben.
1673 hält das Einungsbuch fest, dass Josef Peter Kirsiters Kind mit Namen Melcher, das zu Sarnen geboren wurde, das Kilcherrecht bekam, und 1674 stellte ein Hans Kirsiter den Antrag, die Kinder seiner zwei Söhne sollten zu Kilchern aufgenommen werden; beim Sohn Kaspar entsprach man dem Antrag mit der Einschränkung, dass die Kinder ehelich geboren sein mussten. Die Kinder des zweiten Sohnes Josef hiessen Anna Maria, Joseph und Peter. Sie wurden wahrscheinlich aufgenommen. Die diesbezügliche Formulierung ist unklar. Hans Kirsiter könnte identisch sein mit jenem Hans Kirsiter, der um 1682 starb und dessen Gut Balisried von den zwei Söhnen Hans Jakob und Hans Melchior nach dem Tod des Vaters verkauft wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert finden wir regelmässig Kirsiter in den Räten. Erwähnt sei Ratsherr Franz Josef Kirsiter, der um 1732 Notizen und Merkwürdigkeiten aufschrieb. So berichtete er über die Feierlichkeiten bei der Exhumierung der Gebeine von Bruder Klaus, über den Dorfbrand von Stans oder über die gewaltige Überschwemmung der Grossen Schliere im Jahr 1715. Er unterschrieb seine Notizen mit «Kilcher und Schulmeister zu Alpnach». Gegen Ende des 18. Jahrhunderts müssen die Kirsiter in Alpnach ausgestorben sein.
Kiser – Dem Wort zugrunde liegt wahrscheinlich der Personenname Giso, der auch in Giswil und Gisigen enthalten ist. Die Kiser waren einst Kilcher in Giswil, später vor allem in Sarnen als Teiler im Ramersberg. In Alpnach ist 1686 im Einungsbuch erstmals die Rede von einem Kiser, nämlich von Meister Hans Jakob Kiser, dem man erlaubte, einen Garten zu bepflanzen. 1869 wurde zum ersten Mal ein Kiser, nämlich Niklaus Kiser (1810–1874) von der Gausegg für 600 Franken eingebürgert. Sein Sohn gleichen Namens (geboren 1845) wird 1885 als Kapellvogt von Schoried erwähnt. Er starb am 25. Februar 1888 als Inhaber vom Grosszeissel und der Bielweid. Sein Sohn Josef Kiser, Geretschwand (1885–1950), kaufte sich ebenfalls ins Bürgerrecht ein. Seine Nachkommen leben heute noch in Alpnach.
Im Familiennamenbuch der Schweiz wird als Einbürgerungsjahr das Jahr 1896 genannt. Es dürfte sich um eine Verschreibung von 1869 handeln.
Küchler – Die Küchler stammen aus dem Goms. Ein Nikolaus Kiechler ist durch Urkunden im Gemeindearchiv von Fiesch ab 1342 in Blitzingen bezeugt. Die Deutung des Namens ist nicht gesichert. Als es 1820 in der Schwendi um die Zuteilung eines Wappens für die Küchler ging, leitete man das Wort kurzerhand von der Tätigkeit des Kuchenbackens (kücheln, chiächlä) ab und gab den Küchler Kelle und Gabel ins Wappen. Bei der Interpretation der ältesten Schreibweisen ist eine Ableitung von «Kunkel» denkbar, von der die Frauen die Wolle abspannen. Die «Kunkel» heisst im Wallis «Chüechla», «Chuichlä» oder «Chùchla». Da aber die Herstellung einer Kunkel einfach war und keines besonderen Berufes bedurfte, ist die Namengebung von der Berufsbezeichnung her eher fraglich. Eine zweite Möglichkeit bietet die Ableitung vom Verb «chunkeln» oder «chuchlen». Damit meinte man nicht nur Flachs um die Kunkel wickeln, sondern im übertragenen Sinn auch «anordnen», «zurechtmachen» oder «insgeheim besprechen». Diese Bedeutungen würden zum eingangs erwähnten Nikolaus Kiechler passen, der berufsmässig als Einzieher unterwegs und in Rechtsgeschäften tätig war, also vieles anzuordnen und zu besprechen hatte.
Ein Säumer namens Peter Küchler von Blitzingen (gestorben 1656) versuchte ab 1635, sich in Obwalden niederzulassen. Doch erst sein Sohn Melchior wurde 1659 als Beisässe angenommen. Schliesslich erwarb Melchiors Sohn Hans Franz Küchler, wohnhaft in der Arben (Schwendi), von der Landsgemeinde 1728 das Landrecht für sich und die vier Söhne um 500 Gulden. Er besass zu dieser Zeit bereits die Liegenschaft Lütholdsmatt. Die Söhne von Hans Franz Küchler hatten zahlreiche Nachkommen. Einer seiner Enkel, Johann Melchior Küchler (geboren 1736), kaufte 1785 das Hirseli in Kägiswil, wohnte jedoch in diesem Jahr bereits in Alpnach. Auch sein Bruder Franz Josef wohnte wahrscheinlich in Alpnach; denn der erste Eintrag des Namens Küchler im Taufbuch der Pfarrei erfolgte am 25. Februar 1761 mit «Anna Maria Catharina des Franz Küöchler und der Maria Catharina Etli». Die drei Söhne von Johann Melchior Küchler mit den Namen Melchior, Balthasar und Kaspar hatten Grundbesitz im Schwarzenberg, wohnten jedoch ebenfalls in Alpnach. Melchior (geboren 1766) hatte die zwei Söhne Kaspar (geboren 1809) und Melchior (1811–1884). Dieser letztgenannte Melchior kaufte am 1. August 1844 die Liegenschaft Uechtern.
Bis dahin besassen die Küchler in Obwalden lediglich das Landrecht und damit das Recht zur Teilnahme an der Landsgemeinde. Das änderte sich mit dem Bundesgesetz von 1850 über die Heimatlosen und der diesbezüglichen Obwaldner Verordnung von 1852. Bei der Verlosung am 14. Juni 1853 fielen der Gemeinde Alpnach folgende Küchler-Familien und Einzelpersonen zu: Nebst dem obgenannten Melchior Küchler, Uechtern, und seiner Frau Theresia Etlin (gestorben 1856) mit ihren damals sieben Kindern die drei Geschwister Alois, Kaspar und Anna Maria Küchler (Känhüslers), sodann Franz Küchler, des Anton (genannt Rasi), sieben Kinder des Rasi-Klausen sowie die 17-jährige, in Kerns wohnhafte Katharina Josefa Küchler, total 21 Personen mit dem Namen Küchler. Von den in anderen Gemeinden eingebürgerten Küchler starben jene von Giswil und Lungern später aus, sodass heute nur noch in Sarnen, Kerns und Alpnach Küchler als Bürger vorkommen.
Von den in Alpnach eingebürgerten Küchler nahm der Stamm der Uechtern-Küchler die bedeutendste Stellung ein. Melchior Küchler hatte sich schon vor 1853 auf Seiten der Beisässen politisch als Wortführer profiliert. Nach Annahme der Kantonsverfassung von 1850 kam er in den ersten Einwohnergemeinderat, später wurde er Kirchenvogt, Landrat und Richter. Noch im Jahr der Einbürgerung erwarb er 1853 für sich das Korporationsbürgerrecht für 600 Pfund, 1865 auch für die Nachkommen. Er wurde kurz nach seiner Einbürgerung in den Bürgerrat, später zum Bürgerpräsidenten gewählt.Melchior Küchlers intensive politische Tätigkeit prägte seine Familie bis in die folgenden Generationen. Er hatte von den beiden Ehefrauen Theresia Etlin und Magdalena Blättler 19 Kinder. Von diesen sind sechs Söhne besonders zu erwähnen: Der älteste Sohn Anton (1839–1905) war als Pfarrhelfer in Kerns ein nimmermüder Erforscher der Lokalgeschichte und Verfasser von Chroniken. Er war Initiant des Heimatmuseums und Mitbegründer des Historisch-Antiquarischen Vereins Obwalden. Ein weiterer Sohn, Remigius Küchler (1843–1909), bekleidete mehrere Ämter in der Einwohner- und Bürgergemeinde sowie im Kanton und war der erste Stationsvorstand der Pilatusbahn. Er begründete 1875 mit dem Bau eines Hauses an der Brünigstrasse das bekannte Restaurant Küchler, das von seinem Sohn (Bürgerpräsident Alban Küchler) und dessen Nachkommen über vier Generationen bis ins Jahr 2008 betrieben wurde. Ein anderer Sohn des genannten Remigius Küchler (geboren 1843) war der in Sarnen wohnhafte Arzt Dr. Remigius Küchler (geboren 1885). Er war der Vater des dritten Remigius, nämlich von Dr. iur. und Kantonsrat Remigius Küchler (geboren 1941), der die Leidenschaft seines Grossonkels Anton für Geschichte auch bei sich entdeckte und mehrere bedeutende Werke zur Lokalgeschichte veröffentlichte. Ein dritterSohn von Melchior Küchler, Theodor Küchler (1849–1897), trat 1875 in den Dienst des päpstlichen Nuntius Bianchi in München und begleitete seinen Herrn und späteren Kardinal auf vielen Reisen durch Europa. Ein weiterer Sohn von Melchior Küchler, Alois Küchler (1858–1939), ab 1883 wohnhaft in Sarnen, war 1898–1910 Regierungsrat. Sein Enkel, Dr. iur. Niklaus Küchler (geboren 1941), war während 13 Jahren Kantonsrat, bevor er zum Ständerat (1986–1998) und 1994 zum Ständeratspräsidenten gewählt wurde. Ein anderer Enkel von Regierungsrat Alois Küchler, Simon Küchler (geboren 1937), wohnhaft in Steinen, war Rektor der kaufmännischen Berufsschule Schwyz und erreichte 1992 in der Armee den Rang eines Korpskommandanten. Ein weiterer Sohn von Melchior Küchler, Pius Küchler (1864–1951), war Bauer auf der Uechtern und hatte eine grosse Nachkommenschaft. Von dieser ist Ing. agr. ETH Franz Küchler (1911–2002) zu erwähnen, der während Jahrzehnten Sekretär des Staatswirtschafts- und Landwirtschaftsdepartementes in Sarnen und während des Krieges federführend bei der Umsetzung der Anbauschlacht in Obwalden war. Schiesslich ist noch Melchior Küchlers Sohn Josef Küchler (1872–1963) zu erwähnen, der mit der Schriftstellerin Rosalia Küchler-Ming verheiratet war und 1899–1962 als Staatsarchivar, Staatsanwalt, Gerichtsschreiber und Gerichtspräsident im Dienst des Kantons Obwalden stand.
Langensand – Die Langensand sind alte Landleute von Obwalden. Sie stammen vom Hof Langensand am Vierwaldstättersee zwischen dem Haslihorn und St. Niklausen in Horw. Ein Uoli de Langensand und sein Bruder Peter lebten dort um 1330. Sie waren mit der Familie der Schönenbüel verwandt, von der sich ein Erhart Schönenbüel 1450 in Alpnach niederliess. Ein Bartholomäus Langensand erhielt 1546 von der Luzerner Regierung einen Mannrechtsschein (Heimatschein), weil er in Alpnach seine Wohnung habe und willens sei, da zu bleiben. Sein Vater hiess Niklaus, und seine Mutter war Christina in der Ei. Damit ist der Bezug zum Flurnamen Ei im Schlierenquartier hergestellt und erklärt, wieso die Langensand zunächst und auch später hauptsächlich im Weiler Schlieren anzutreffen waren. Der genannte Niklaus Langensand dürfte der Stammvater der Alpnacher Langensand sein. 1565 erwarb Uoli oder Ulrich Langensand, wahrscheinlich ein Sohn des Bartholomäus, das Landrecht von Obwalden, und 1566 kaufte er laut Einungsbuch für sich, später auch für seine Kinder, das Kilcherrecht in Alpnach für 50 Gulden. Rund ein Jahrhundert später werden die Langensand in den Stammblättern der Kilchergeschlechter erfasst mit Kapellenvogt Heinrich Langensand, der mit Maria Agatha Wallimann verheiratet war und vier Kinder hatte. Lebensdaten sind bei ihm nicht vermerkt. Von ihm stammen alle heute in Alpnach lebenden Langensand ab. Von seinen vier Kindern gab Hans Heinrich Langensand (geboren 1673), verheiratet mit Margaretha Wallimann, das Geschlecht weiter. Bei dessen Sohn Josef Niklaus (geboren 1702) wird erstmals als Wohnort Schlieren angegeben. Von da an ist das Schlieren-Quartier der meistgenannte Wohnsitz der grössten Langensand-Linie. Die übrigen Langensand-Linien haben sich ab dem 18. Jahrhundert auf anderen Gütern in Alpnach niedergelassen. Die Langensand stellten immer wieder Mitglieder in den kommunalen und kantonalen Behörden, zum Beispiel im 17. und 18. Jahrhundert siebenmal die Alpnacher Vertreter im Fünfzehnergericht. 1970 wurde Karl Langensand (geboren 1928) von der Bächli-Linie zum Gemeindepräsidenten und 1975 zum Kantonsratspräsidenten gewählt.
Limacher – Die Limacher stammen von Flühli im Entlebuch. Am 23. Januar 1869 nahm die Bürgergemeinde den von Flühli stammenden und in Alpnach im Stieg wohnhaften Holzhändler Josef Limacher sowie Familie und Nachkommen für 2’500 Franken ins Korporationsbürgerrecht auf. Die folgende Landsgemeinde nahm ihn für eine Taxe von 500 Franken ins Kantonsbürgerrecht auf. Limacher starb jedoch im gleichen Jahr. Er hatte aus drei Ehen gesamthaft elf Kinder. 1874 verkauften diese das väterliche Heimwesen, Haus und Matten Stieg mit Unterbielen und Matte Grunz, an ihren Bruder Josef Limacher. Dieser wohnte zuletzt bis zu seinem Tode am 12. Mai 1925 im Hinterdorf. Mit dem Tod seiner Frau 1934 erlosch der eingebürgerte Limacherzweig in Alpnach.
Lüthold – Die Lüthold sind alte Landleute von Obwalden. Der Name stammt von den althochdeutschen Wörtern liut (= Leute, Volk, Menschen) und waltan (= herrschen). Ein Jenni Luitolz wird 1372 im Zinsrodel des Frauenklosters Engelberg erwähnt. Ein anderer Jenni Lüthold ist 1434 vor dem Obwaldner Fünfzehnergericht Vertreter der Teiler nid dem Feld. Der nach Anton Küchler 1437 auf einem Gut nid dem Feld lebende Jenni Lüthold dürfte identisch mit dem Vorgenannten sein. 1531 war ein Lüthold Landschreiber in Obwalden. 1585 war Leonhardt Lüttoldt der Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Alle Alpnacher Lüthold stammen von Jakob Lüthold und Maria Elisabeth Bäbi ab. Ihre drei Söhne Balz (1666–1719), Johann Jakob (1667–1722) und Johann Niklaus (1671–1753) begründeten die Schlieren-/Schützenmatt-Linie, die Grossmatt-Linie und die Schulherren-Linie. Die Grossmatt-Linie starb nach sechs Generationen aus. Der genannte Johann Niklaus war der erste Lüthold, der als Schulherr erwähnt wurde. Ihm folgten weitere sieben Generationen, die bis auf den heutigen Tag den Schulherren oder Lehrer, meistens auch den Organisten, in Alpnach stellten. Die Organistenpfrund befand sich auf dem Areal der heutigen Kirche und des Pfarreizentrums. Die beiden Lüthold-Linien stellten der Öffentlichkeit immer wieder Bürgerräte und -präsidenten, Gemeinderäte, Weibel, Kantonsräte und Richter zur Verfügung. Schulherr Ludwig Lüthold zum Beispiel war vor der Franzosenzeit Mitglied des Siebengerichtes; er wurde 1798 Munizipalrat und 1799 Kommandant der neu geschaffenen Bürgerwehr. Ein Niklaus Lüthold (1847–1901) von der Schützenmatt-Linie schloss 1876 das Medizinstudium ab und begründete in Auw im Freiamt als Arzt eine Nebenlinie der Lüthold. Dr. iur. Albert Lüthold (1886–1963) von der Schulherren-Linie, wohnhaft in Sachseln, war jahrzehntelang Obergerichtsschreiber. Ernst Lüthold (1917–1982), Lehrer, Bürgerpräsident 1959–1962, war 1960 Kantonsratspräsident und bekleidete damit das höchste Amt des Kantons, während sein Bruder Konstantin Pfarrer von Kerns und kantonaler Schulinspektor war. Von der Schlieren-Linie ist Bürgerpräsident und Gemeinderat Sigmund Lüthold (1861–1925) zu erwähnen, der an der Beilegung der Streitigkeiten zwischen der Bürger- und der Einwohnergemeinde im Jahr 1910 massgeblich beteiligt war, sowie Eduard Lüthold (geboren 1932) von der Schützenmatt-Linie, Bürgerpräsident von 1975–1986.
Müller – Weitverbreitetes Geschlecht in der Schweiz, das den Namen vom Beruf des Müllers übernommen hat. Auch in Obwalden waren die Müller Landleute. Sie waren Teiler im Ramersberg (1425) und in der Schwändi (17. Jahrhundert) sowie Kilcher in Kerns (1498), in Giswil (1558) und in Engelberg (1815). In Alpnach wird 1532 ein Hans Müller als Zimmermann, dann 1639 ein Organist namens Müller erwähnt.
1896 kaufte sich Josef Müller (1857–1927) von der Schwändi ins Korporationsbürgerrecht Alpnach ein. Auch die Nachkommen hatten das Recht zum Einkauf. Josef Müller war verheiratet mit Josepha Wallimann von der Schürmatt und besass die Heimwesen Rose und Unterfur im Grunderberg. 1909–1923 war er Besitzer und Wirt der «Krone», die er 1913 mit dem Anbau eines Saales gegen Westen erweiterte. Ein Sohn von Kronenwirt Müller mit demselben Namen Josef Müller (geboren 1891) lebte im Stad und wurde 1927 in Alpnach eingebürgert. Der zweite Sohn Johann (1894–1949), Feld, liess sich 1944 einbürgern. Ein dritter Sohn, Jakob Müller-Marty, starb 1983 in Kalifornien. Mit dem Tod von Josef Müller (geboren 1891) am 16. September 1960 sind die Müller in Alpnach als Bürgergeschlecht ausgestorben.
Nufer – Der Name kommt vom Wort nuefer und bedeutet munter, lebhaft. Seit 1570 gibt es Nufer als Landleute von Obwalden. In den Staatsprotokollen erscheinen 1587 ein Beat Nufer und 1596 ein Hans Nufer. Die Nufer in Alpnach stammen aus Illighausen, Gemeinde Altnau im Thurgau. 1582 verlangte dort ein Johann Nufer, Sohn des Jakob und der Dorothea Burkard, einen Reisepass mit Leumundszeugnis. Auf dieses Reisedokument wurde Bezug genommen, als am 17. Januar 1818 dem Landrat Obwalden mitgeteilt wurde, dass laut schriftlichem Bericht des Weibels von Alpnach sämtliche in Alpnach wohnenden Nufer erklären, dass sie von dem in der Urkunde von 1582 genannten Hans Nufer abstammen. Diese Urkunde befinde sich im Besitz von Maria Nufer, Grueben. Die Nufer in Alpnach wurden – obwohl sie nicht Kilcher waren – ab zirka 1690 mit mehreren Familien in eigenen Stammblättern geführt. Bei Joseph Valentin Nufer wird vermerkt, dass «obstehender mit der Frau Elisabetha Ignazia Amgrund verehelichte laut Instrument seiner ihm von hoher Obrigkeit ausgegebenen Schrift von Ao. für ihnne und seine Nachkommenden, mit gebung von Gulden sechshundert, das Landtrecht in Obwalden erkauft hat». Bei der Jahrzahl handelt es sich vermutlich um das Jahr 1728. Trotz dieses Sonderstatus (Landleute von Obwalden, nicht aber Kilcher von Alpnach) sass doch schon 1732 ein Kirchenvogt Nufer im Rat. Es dürfte sich dabei um den oben genannten Joseph Valentin Nufer handeln. Nach Anton Küchler wurden 1745 die beiden Brüder Jakob Joseph Nufer (geboren 1720) und Felix Nufer (geboren 1723) für 700 Gulden ins Landrecht aufgenommen; beide sind in den Stammblättern im Bürgerarchiv erwähnt. Neben den genannten Nufer und ihren Nachkommen lebten damals aber mehrere andere Nufer-Familien in Alpnach, die das Landrecht nicht hatten. Nach einer Liste von 1845 gab es in Alpnach 19 heimatlose Nufer. Im Vorfeld der Bundesverfassung von 1848 setzten sich verschiedene Nufer für die Rechte der Beisässen ein. 1831 machte sich ein Niklaus Nufer zum Sprecher der Beisässen in Bezug auf Alprechte und die Verteilung der Kirchenbauschuld. 1846 war ein Niklaus Nufer, vielleicht identisch mit dem Vorgenannten, Besitzer des Gasthauses Wisshüsli, der späteren «Pfistern». 1849 sass Balthasar Nufer, Grund, im Beisässenrat und machte sich für die Schaffung von Einwohnergemeinden stark; er wurde 1861 Mitglied des Dreifachen Rates. 1850 wird Johann Nufer, Niederstad, in den Dreifachen Rat gewählt. Viele der in Alpnach wohnhaften Nufer-Familien wurden 1853 bei der Zuteilung der Heimatlosen durch das Los den Gemeinden Sarnen, Sachseln, Giswil oder Lungern zugeteilt, was in den Stammblättern genau festgehalten ist. Die Gebrüder Nufer im Niederstad führten in ihrem Haus ab 1857 eine Wirtschaft für Most und Schnaps. Kirchenvogt Niklaus Nufer, Niederstad, gehörte ab 1863 dem Dreifachen Rat an, ab 1874 war er Kantonsrat und Einwohnerrat.
Nach den Statuten der Bürgergemeinde von 1868 und 1896 kauften sich ins Korporationsbürgerrecht ein:
1868 Balthasar Nufer, Hostatt, Grund, für 600 Franken. Johann Nufer, Wolfgrueben, für 600 Franken (Wolfgrueben ist der frühere Name für die Grueben ob dem Gumi).
1882 Maria Nufer, Grueben, für 500 Franken.
1883 Balz und Marie Nufer, Grund, für je 500 Franken.
1896 Niklaus Nufer (geboren 1829) und Sohn Niklaus (geboren 1882) für 1’200 Franken.
1896 Johann Nufer-Nufer Senior, Niederstad (bisher Bürger in Lungern) für 1’100 Franken.
1904 Dessen Nachkommen Balz Nufer (1875–1958), Johann Nufer Junior (1880–1928) und Anna Nufer (1876–1920), alle Niederstad. Johann Nufer (geboren 1880) heiratete die Witwe Theres Spichtig-von Zuben vom Zil, weshalb eine Nufer-Linie im Zil ansässig wurde.
1928 Johann Nufers Söhne Josef Nufer (1906–1996), Zil und Karl Nufer (1908–1992), Niederstad.
1932 Alois Nufer (Bürger von Giswil), Kreuzästi (geboren 1897).
1932 Pius Nufer (Bürger von Giswil), Kreuzästi (geboren 1902).
Die oben erwähnten Brüder Josef und Karl Nufer, Zil und Niederstad, gründeten im Jahre 1936 im Zil die Mosterei Nufer, welche heute noch unter dem Namen Pilatus Getränke AG besteht. Zu nennen ist auch Dr. med. Franz Nufer, der während 30 Jahren eine Arztpraxis in Alpnach führte.
Obrist – Die Obrist sind ein altes Kilchergeschlecht von Alpnach. Jost Obrist und Jenni Obrest werden 1434 in einem Urteil des Fünfzehnergerichts als Teiler ob dem Feld genannt. 1435 und 1453 stand Jenni Obrest in einer Streitsache für die Teiler ob dem Feld wieder vor dem Fünfzehnergericht. Ein Uli Obrist vertrat 1529 die Teiler nid dem Feld vor diesem Gericht und war im gleichen Jahr selber Beklagter des Propstes im Hof in Luzern. 1577 und 1586 war Baschion beziehungsweise Baschi (Sebastian) Obrist Alpnacher Vertreter im Fünfzehnergericht. Ein Hans Obrist war vor 1600
Odermatt – Die Odermatt sind alte Landleute von Nidwalden. Sie waren Genossen in Buochs, Dallenwil, Ennetbürgen und Stans. In einer Urkunde vom 13. März 1396 wird das Geschlecht mit Johann Odermatt als dem Mitbegründer der Frühmessereipfründe in Stans erstmals genannt. Ab 1798 werden in Alpnach Mitglieder einer Familie Odermatt als Gastwirte im «Weissen Rössli» im Stad genannt. Das «Weisse Rössli» stand damals am Platz des späteren Hotel Pilatus. Rössliwirt Anton Odermatt (geboren 1774 in Stans) wurde 1829 mit seiner Frau Maria Franziska Waser und dem Kind Anna Maria Franziska für 175 Gulden für ihre Lebenszeit ins Korporationsbürgerrecht aufgenommen. Allfällige weitere Kinder sollten wieder zahlen. Odermatt war seit 1814 Rechnungsführer für die Zollrechnung am Stad. Er starb 1845 als Ratsherr und Kirchenvogt ohne männliche Nachkommen. Im Stammblatt Odermatt des Bürgerarchivs wird mit ihm sein Bruder Franz erwähnt, wenn auch mit einem späteren Eintrag in anderer Schrift. Das ist merkwürdig, denn weder er noch sein Sohn Franz waren eingebürgert. Der Letztere betätigte sich in den politischen Auseinandersetzungen zwischen den Kilchern und den Beisässen jahrzehntelang an vorderster Front auf Seiten der Beisässen. Die Odermatt-Linie von Alpnach starb mit ihm aus.
1953 erhielt Pfarrer Josef Odermatt (1897–1980), Bürger von Dallenwil, zu seinem 25-jährigen Wirken als Seelsorger in Alpnach das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde. Er war 1927 als Pfarrhelfer nach Alpnach gekommen und wirkte ab 1936 als Pfarrer.
Pantier – Die Pantier stammten wahrscheinlich aus Savoyen. Peter Anton Pantier, sein Bruder Niklaus und zwei Schwestern werden 1640 in den Gerichtsprotokollen genannt. Möglicherweise ist dieser Peter Anton identisch mit einem Peter Anton Petteri, der 1628 zusammen mit seinem Sohn Hans das Obwaldner Landrecht erhielt. Peter Anton Pantier kaufte 1643 von den Kilchern in Alpnach das Steinmätteli und erscheint im Jahre 1645 im St. Anna-Rodel. Er starb vor 1662 und wurde in einem Prozess des gleichen Jahres als Leutnant erwähnt. 1654 und 1668 wird ein Hans Pantener von Alpnach als Fähnrich genannt. Ein Hans Peter Pantier erwirbt laut Einungsbuch am 1. Mai 1685 für sich und seine Nachkommen das Kilcherrecht in Alpnach. Vielleicht ist er identisch mit Hans Pantener, vielleicht ist er dessen Sohn. Er musste 800 Gulden und jedem Kilcher eine Ürti bezahlen. Statt der 800 Gulden konnten die Kilcher für 15 Kühe Sömmerung aufder Chretzenalp an sich ziehen und ihm den Rest zurückzahlen. Er war somit ein wohlhabender Mann. Drei Jahre später wurde er zum Vogt über das Vermögen des auf einem Kriegszug in Morea gestorbenen Hauptmanns Hans Melchior Schönenbüel ernannt. 1692 wird er als Schwiegersohn von Hans Melchior Kirsiter und als Richter von Alpnach erwähnt. 1703 wird im St. Anna-Rodel noch ein Carli Valentin Panthier genannt und 1736 eine Anna Maria Panthier.
Reinhard – Abgeleitet vom Eigennamen Raginhard, in Kerns zeitweise auch als Reinert geschrieben. Das Geschlecht stammt aus Horw. Im Fünfzehnergericht trat 1493 ein Klaus Reinhard auf, der als Teiler ob dem Feld gegen die Teiler nid dem Feld klagte. 1611 wurde laut Einungsbuch ein Reinhardt Niklaus Kilcher von Alpnach. Von der Einkaufssumme gingen 50 Pfund an die Kilcher und 100 Pfund an die Kirche.
Rengger – Die Rengger sind alte Landleute in Obwalden und waren Kilcher in Alpnach. Der Name ergab sich aus dem Wohnort an der Rengg. Erstmals erscheint der Name 1372 mit Welti von Reng in einem Zinsrodel des Frauenklosters Engelberg. Die Rengger waren ab 1431 auch Kilcher in Kerns und ab 1585 Genossen in Stans. 1493 klagten Heinimann Rengger und Mitgesellen im Namen der Teiler ob dem Feld vor dem Fünfzehnergericht gegen die Teiler nid dem Feld. 1565 und 1570 war Petter Ränger als erster Rengger Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Die Rengger waren eine kleine Sippe und traten in Alpnach nie als führendes Geschlecht auf. Der letzte männliche Träger des Namens, Franz Josef Rengger, starb am 4. Juli 1920. Mit dem Tod von Ida Rengger am 28. Februar 1973 starb das Geschlecht in Alpnach aus.
Risi – Franz Risi, Giswil, adoptierte 1944 einen Sohn von Britschgi Balz, Grund. Wegen des ursprünglichen Namens Britschgi konnte das Kind das Korporationsbürgerrecht auch mit dem Namen Risi beibehalten. Marie Risi-Wallimann (1895–1989) erhielt 1973 das Ehrenbürgerrecht von Alpnach. Sie war seit 1929 Mitglied der Gemeindefürsorgekommission, während 25 Jahren Gemeindefürsorgerin und während 45 Jahren Tuberkulosefürsorgerin. In seinem Namenbuch führt Hugo Müller fünf eingebürgerte Risi auf. Im Bürgerarchiv konnten dafür keine Belege gefunden werden. Es dürfte sich um Mitglieder der Parkettfabrikanten-Familie Risi gehandelt haben.
Schmid – Der Name ist abgeleitet vom Beruf des Schmieds. Er findet sich überall im deutschen Sprachraum. Der Name erscheint in Alpnach erstmals 1453 mit Jenne Schmid, der vor dem Fünfzehnergericht als Vertreter der Teiler ob dem Feld auftrat. Später erscheint der Name ohne Datum im St. Anna-Rodel mit Pfarrer Melchior Schmid. Da er um 1563 das Obwaldner Landrecht erhielt, kann er nicht aus den Familien der Obwaldner Schmid stammen. Zur gleichen Zeit wirkte in Alpnach Helfer Heinrich Schmid, der ebenfalls im St. Anna-Rodel und 1564 im Protokoll des Fünfzehnergerichtes erwähnt wird. Die Herkunft der beiden Priester ist nicht bekannt. Im ersten Kanonisationsprozess von Bruder Klaus anno 1591 trat ein MelcherSchmid, 30 Jahre alt, als Zeuge auf. 1616 besuchte ein Wolfgang Schmid aus Alpnach als 14-jähriger das Jesuitenkollegium in Luzern. Später war er Pfarrer in Sarnen (gestorben 1663). Im 17. und 18. Jahrhundert lebten zahlreiche Vertreter dieses Namens mit unterschiedlichen Schreibweisen in Alpnach. 1668 nahmen die Kilcher die Kinder des Meisters Wolfgang Schmidtes, die er ausserhalb des Kilchganges bekommen sollte, ins Kilcherrecht auf. Da ist es wahrscheinlich, dass er selber das Kilcherrecht schon besass. 1725 wurden drei Kinder von Meister Hans Wolfgang Schmid als Kilcher aufgenommen, die in Sarnen geboren worden waren. In den Stammblättern des Bürgerarchivs finden wir einen Meister Valentin Schmid und dessen fünf Kinder, die zwischen 1711 und 1732 geboren wurden. Im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert finden sich mehrmals Notizen über Einbürgerungen von meist in Sarnen oder Giswil geborenen Kindern, deren Vater ein M. oder Mr. (Meister) Schmid war. Nirgends ist mehr als bei diesem Geschlecht noch die Übereinstimmung von Beruf und Familiennamen zu spüren. Denkbar ist, dass diese Schmiede selbst in Sarnen oder Giswil wohnten, aber als wichtige Handwerker von den Alpnachern das Kilcherrecht bekommen haben. Ein Johann Casper Schmid heiratete 1808 eine Anna Maria Wallimann und wohnte im Ächerli. Er scheint der letzte dieses eingebürgerten Geschlechts gewesen zu sein, der in Alpnach wohnte. Die beiden hatten keine Kinder. In der Ecksteinschrift zur neuen Kirche werden die Schmid 1813 noch zu den Kilchgangsgeschlechtern von Alpnach gezählt. Dann aber verschwinden die Schmid mit dem Vermerk «in Giswil wohnend» aus den Stammbüchern von Alpnach. Noch 1830 wurden dem in Giswil wohnenden Balz Joseph Schmid drei Kinder, die in Giswil getauft worden waren, als Kilcher von Alpnach eingeschrieben. 1917 wurde mit der Witwe Lina Schmid (einer geborenen Langensand) und ihren drei Kindern das Geschlecht noch einmal in Alpnach eingebürgert. Dabei handelte es sich um eine unentgeltliche Zwangseinbürgerung, nachdem Frau Schmid das angestammte Bürgerrecht als Langensand verlangt hatte. Sie wurde Ortsbürgerin, nicht aber Korporationsbürgerin. Ihr Ehemann war ein Schmid deutscher Herkunft gewesen. Andere in Alpnach wohnhafte Vertreter des Geschlechts Schmid sind nicht Bürger von Alpnach.
Schmidhalter – Das Jahr der Aufnahme der Schmidhalter ins Kilcherrecht ist nicht bekannt. 1625 wird im Einungsbuch ein Casper Schmidhalter als Viehbesitzer genannt. In den folgenden 100 Jahren wird der Name dann und wann erwähnt. 1708 war ein Hans Caspar Schmidhalter Abgeordneter von Alpnach im Waldstreit mit den Ennetmoosern. Er muss somit im Rat gewesen sein. 1727 wird er mit dem Schwert hingerichtet. In der Ecksteinschrift zur neuen Kirche führte Pfarrer Peter Ignaz von Flüe 1813 das Geschlecht noch als Kilchgangsgeschlecht auf.
Schönenbüel – Im Wort steckt das althochdeutsche Sconinbuhil, das neuhochdeutsch zu Schön(en)büel wurde. Bühl, mundartlich Büel oder Biel, ist ein Hügel oder hügeliges Gelände.
Über das Geschlecht der Schönenbüel gibt es ausführliche Literatur, so dass eine Kurzfassung genügt. Die Familie stammt vom Gebiet Schönenbüel bei Luzern. 1372 war ein Welti Schönenbüel Grundbesitzer im Niederstad. Mit Erhard Schönenbüel beginnt um 1450 die Alpnacher Stammreihe. Ein Datum für die Aufnahme ins Kilcherrecht ist nicht bekannt. Erhards Enkel Andreas (gestorben 1590) sowie dessen Sohn Wolfgang (1535–1606) waren Landammänner in Obwalden. Landammann Wolfgang stiftete 1591 die St.-Anna-Glocke. Wolfgangs Bruder Andreas legte als Kirchenvogt das älteste vorhandene Jahrzeitenbuch der Pfarrei an. Von den Nachkommen Wolfgangs ist der Enkel Niklaus Schönenbüel zu nennen, der als Orgelbauer zahlreiche Orgeln in der Schweiz baute. Die Nachkommen der reichen Landammannfamilie verarmten. Das Geschlecht starb mit Hauptmann Melchior Schönenbüel aus; er starb bei einem Feldzug gegen die Türken im Jahre 1688.
Spichtig – Die Spichtig sind alte Landleute von Unterwalden. Der Name kommt als Spichting oder Spicting im 13. und 14. Jahrhundert im Kloster Engelberg und in Nidwalden vor. Nach Hugo Müller kommt er vom Personennamen Specht; nach anderen Historikern bedeutete er soviel wie schmächtige Person. Die Spichtig waren ursprünglich in mehreren Gemeinden von Ob- und Nidwalden Kilcher, vor allem jedoch und bis heute Kilcher in Sachseln, wo 1467 erstmals ein Uli Spichting genannt wird.
Ab dem 18. Jahrhundert liessen sich Spichtig in Alpnach nieder, zunächst in der Geretschwand, wo sie während vier Generationen auszumachen sind. Von hier aus verzweigte sich das Geschlecht in Alpnach in verschiedene Stämme. Der erste Spichtig, der sich laut Einungsbuch ins Kilcherrecht einkaufte, war 1829 alt Kronen-Wirt Franz Niklaus Spichtig. Er musste 1’200 Pfund gutes Kapital bezahlen, damit er als Teiler und Kilchgenosse für sich allein angenommen wurde. Gerne hätte er auch sein Kind Nikodemus einbürgern lassen. Doch «weil niemand wisse, ob ein so kleines Kind ein nützlicher gemeinds Bürger werde oder nicht», wurde das Kind nicht angenommen. Vor und nach dem Umbruch von 1848 setzten sich verschiedene Spichtig für die Rechte der Beisässen ein und sassen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Landrat oder in den Gerichten. Zu nennen ist besonders Ratsherr Franz Sales Spichtig, der in der Burketen aufgewachsen war.
Nach dem Einbürgerungsstatut von 1868 gab es eine eigentliche Welle von Spichtig-Einbürgerungen: 1868 kaufte sich Balz Spichtig (1835–1910), genannt Rainli-Balz, für 600 Franken ins Bürgerrecht ein. Er war mit Franziska von Rotz, einer Schwester von Gemeindepräsident und Kantonsrat Mathias von Rotz (1820–1901), verheiratet und besass die Liegenschaft Rainli oder Untervockigen. Im gleichen Jahr erwarb Kaspar Spichtig, Bitzeli, ebenfalls für 600 Franken das Bürgerrecht von Alpnach. 1869 wurde Niklaus Spichtig (1824–1887), «Krone», ein Neffe von alt Kronen-Wirt Franz Niklaus Spichtig (siehe oben), mit Frau, Kind und Nachkommen für 1’571 Franken als Korporationsbürger aufgenommen. Er muss ein geachteter Mann gewesen sein, denn noch im gleichen Jahr wurde er in den Korporationsrat und zum Säckelmeister gewählt. Sein Sohn Niklaus Spichtig (1859–1909), verheiratet mit Theres von Zuben auf dem Zil, war ebenfalls Säckelmeister und 1892 und 1894 Einwohnerrat. 1872 kaufte sich ein Valentin Spichtig mit seiner Frau für 500 Franken ins Bürgerrecht ein. 1874 folgten Anton Spichtig, Rainli-Balzen (siehe oben), und 1875 sein Bruder Alois Spichtig. Der Letztere, zunächst wohnhaft im Rainli, besass 1887 das Pfisternmattli, welches er 1890 verkaufte und stattdessen 1892 die Liegenschaft Grunz kaufte, die er bereits ab 1884 in Pacht hatte. Sein Sohn Otto Spichtig-Mathis (1885–1971), Grunz, kaufte sich 1917 ein.
Nach dem Einbürgerungsstatut von 1896 kaufte sich Gemeinderat Franz Spichtig ins Korporationsbürgerrecht ein. Sein Vater besass bereits das Korporationsrecht. 1930 kauften sich die Nachkommen von Franz Spichtig für je 400 Franken ein, nämlich: Johann (geboren 1892) mit Sohn Johann, Valentin (geboren 1893), Josef (geboren 1894), Balz (geboren 1896), Zeno (geboren 1905), Isidor (geboren 1907) und Otto (geboren 1908).
Stalder – Die Stalder waren alte Landleute von Nidwalden und Kilcher von Beckenried. Ein Walter Stalder wird 1454 im Buochser Steuerrodel genannt. In Obwalden waren sie zunächst Kilcher von Lungern, vor 1549 auch Kilcher in Alpnach, denn ein Hans Stalder war 1549 Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Schon 1539 und 1545 war er im Protokoll des Fünfzehnergerichtes erwähnt worden. 1552 wurde laut Einungsbuch ein Stalder Beat ohne seinen Sohn Kaspar ins Kilcherrecht aufgenommen. Sechs Jahre später (1558) war er Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht, und 1559 und 1569 hiess der Alpnacher Vertreter in diesem Gericht Wolfgang Stalder. 1570 wird ein Stalder Kaspar ins Kilcherrecht aufgenommen, wobei es sich um den genannten Sohn des Beat Stalder handeln könnte. Wahrscheinlich ist er identisch mit jenem Kaspar Stalder, der um 1586 als Sustmeister im Stad zurückgetreten ist. Noch um 1600 waren die Stalder in Alpnach von einiger Bedeutung, denn ein Michel Stalder hat auf der Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600 Aufnahme gefunden.
Stich – Am 15. Januar 1949 kaufte Theodor Stich-Risi sich, seine Frau und seine Kinder Marie-Theres, Theo und Beatrice ins Ortsbürgerrecht von Alpnach ein, nicht aber ins Korporationsbürgerrecht. Stich stammte von Untergermaringen in Bayern und war Werkmeister in der Parkettfabrik Risi. Seine Frau Marie Risi war eine Tochter des Parkettfabrikanten Franz Risi-Lüthold.
Suter – Altes Landleutegeschlecht von Unterwalden, ursprünglich von Stans, urkundliche Erwähnung 1370. Eine Urkunde von 1396 nennt einen Jenni Suter von Alpnach. Es wird angenommen, dass er mit dem 1405 von den Eidgenossen bestellten Ammann von Zug, der sich am 22. März «Johann Suter von Unterwalden, Amtmann zu Zug» nennt, identisch ist. Ein Eberhard Suter stand 1424 und 1449 als Mitbesitzer des Fährenrechtes im Stad als Kläger vor dem Fünfzehnergericht. 1435 klagte Hänsli Suter mit dem Pfarrer von Alpnach wegen dem Gitzizehnten. Ein Erni Suter vom Staadt wird 1450 erwähnt. Ein Suter Rudolf erhält laut Einungsbuch 1548 das Kilcherrecht für sich allein, ohne seinen Sohn Hans. 1579 werden Hans Suter und seine Töchter Barbara und Katharina ins Kilcherrecht von Alpnach aufgenommen. Er und ein Heinrich Suter werden um diese Zeit auch im St. Anna-Rodel aufgeführt.
Tüfel – Niklaus Tüfel und sein ältester Sohn Balthasar werden 1532 laut Einungsbuch als Kilcher aufgenommen. Um diese Zeit (zirka 1544–1549) war Rudolf Tüfel Pfarrer in Alpnach, wahrscheinlich ein Sohn des Niklaus. Niklaus Tüfel wird auch 1547 in einem Protokoll des Fünfzehnergerichtes erwähnt. Der 1559 als Wirt bezeichnete Niklaus Tüfel dürfte identisch mit dem Genannten sein. 1596 wird ein Melchior Teüffel erwähnt, und 1620 wurden die Kinder eines Michel Tüfels, die er ausserhalb des Kilchgangs bekommen hatte, eingebürgert. Nach der Alpnacher Chronik von Anton Küchler baten Michael und Hans Tüfel 1631 den Rat, den Namen Tüfel in Treubel ändern zu dürfen. Dem Gesuch wurde entsprochen.
Wallimann – Die Wallimann nannten sich früher im-, vom- oder zum Walli, denn sie stammen vom Heimwesen Walli oberhalb von Dallenwil, das schon 1436 erwähnt wird. Im Flurnamen Walli ist der althochdeutsche Name walahi enthalten, mit dem man die Welschen bezeichnete. Die Wallimann sind alte Landleute von Unterwalden, in Nidwalden jedoch im 17. Jahrhundert ausgestorben. Der erste nachweisbare Vertreter dieses Geschlechts in Obwalden ist Claus am Walli, der am 4. Mai 1531 im Protokoll des Fünfzehnergerichts erwähnt wird. Wahrscheinlich ist es derselbe, der als Nicklauß im Walle um diese Zeit im St. Anna-Rodel aufgeführt ist. Mit Kasper Wallÿman sitzt bereits 1537 ein Wallimann als Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. Somit waren die Wallimann schon vor 1537 Kilcher in Alpnach. Bereits im 17. Jahrhundert war es das grösste Kilchergeschlecht mit 17 verschiedenen Linien. Bei dem weitverzweigten Geschlecht und den verschiedenen Schreibweisen kam es 1770 zur Frage, ob die Wallimann ein oder mehrere Geschlechter seien. Die vier heute noch bestehenden Wallimann-Linien sind: die Hubel-Sessel-Weibel-Linie, die Schäfer-Nagler-Linie, die Mühlegass-Schlieren-Linie, die Biel-Schürmatt-Linie. Die Walmer- oder Quardi-Linie bestand 1961 auswärts noch mit einer Familie. Aus den verschiedenen Wallimann-Zweigen sind viele Bürger-, Gemeinde- und Kantonsräte, Richter und Beamte hervorgegangen. Es fällt auf, dass das Weibelamt während rund 300 Jahren meistens in den Händen dieses Geschlechts war. Nachdem schon 1683 ein Wallimann mit unbekanntem Vornamen als Weibel genannt wird, waren es bei der Hubel-Sessellinie vier Generationen, die ab 1848 dieses Amt inne hatten: Niklaus Wallimann, genannt alt Weibel (1812–1892), dessen Sohn Niklaus (1836–1917), des letzteren Sohn Meinrad (1871–1948) sowie Heribert Wallimann vom Zun (1906–1985). Paul Wallimann von der Schürmatt-Linie (geboren 1941) setzte als Fünfter der Wallimann-Weibel diese Vorherrschaft fort. Ein anderer Sohn von alt Weibel Niklaus Wallimann (geboren 1812) war der Bürgerpräsident und Kantonsrat Lehrer Emil Wallimann (1857–1926), der das Bürgerarchiv ordnete und übersichtlich einrichtete. Zwei Vertreter der Hubel-Sessel-Linie wurden ins Amt des Landammanns gewählt: Bürgerpräsident Hermann Wallimann (1920–1981), Stieg, wurde 1965 Regierungsrat und in den Jahren 1973 und 1975 Landammann; der vom Zun stammende und in Giswil wohnhafte Hans Wallimann (geboren 1953) wurde 1999 in die Regierung und 2006 und 2010 zum Landammann gewählt. Aus derselben Linie stammen Erwin Wallimann (1904–1969), jahrzehntelang Staatsbuchhalter von Obwaldenund sein Sohn Urs (geboren 1946), 1973–2009 Landschreiber von Obwalden. Ebenfalls aus der Hubel-Sessel-Linie stammen Dr. Theo Wallimann, der 1975 an der ETH als eidg. dipl. Naturwissenschafter doktorierte und 1993 in Anerkennung seiner Forschungen auf dem Gebiet der Zellbiologie zum Titularprofessor ETH ernannt worden ist, sowie seine beiden Cousins Isidor und Markus Wallimann, alle drei aufgewachsen im Gasthaus Pfistern, das sich seit 1904 im Besitz dieses Wallimann-Zweiges befindet. Prof. Dr. Isidor Wallimann studierte Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik an amerikanischen Universitäten und dozierte dort sowie an der Fachhochschule für Soziale Arbeit beider Basel und Fribourg und gab mehrere fachspezifische Bücher heraus, während sein Bruder Dr. med. vet. Markus Wallimann 1981 an der Universität Zürich das Staatsexamen ablegte. Aus der gleichen Linie sind zu nennen Oberst Hans Wallimann (1899–1973), der 1940–1946 das Geb. Füs. Bat. 43 und anschliessend das Ter. Rgt. 78
kommandierte, und sein Neffe lic. iur. Bruno Wallimann (geboren 1944), ehemaliger Bürger- und Kantonsrat sowie langjähriger stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und Präsident der eidgenössischen Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt. Seine Frau lic. iur. Mariangela Wallimann-Bornatico (geboren 1948), gebürtige Puschlaverin und durch Heirat Bürgerin von Alpnach, war Generalsekretätin der Bundesversammlung. Aus der gleichen Linie stammt Dr. Thomas Wallimann (geboren 1965), der 1999 an der Universität Luzern zum Dr. theol. promovierte. Erwähnt werden dürfen zwei Männer aus der Schäfer-Nagler-Linie: Josef Wallimann, Buchdrucker in Beromünster (1891–1973), der unermüdliche Lokalhistoriker des Michelsamtes und Erforscher des Geschlechts Wallimann, sowie dessen Bruder Hans Wallimann (1897–1990), der mit wissenschaftlicher Akribie die Pflanzenwelt am Pilatus und in Obwalden erforschte. Ein Spross der Schürmatt-Linie, Josef Wallimann (geboren 1935), Äschi, wurde 1984 in den Bürgerrat gewählt und war 1987–1997 der letzte Präsident der Bürgergemeinde vor deren Inkorporation in die Einwohnergemeinde. Sportliche Erfolge erreichte Erwin Wallimann als Mitglied der Ski-Nordisch-Langlauf-Nationalmannschaft 1972–1976. Eine ausserordentliche Ehrung erfuhr der Verleger und Kulturvermittler Martin Wallimann (geboren 1958), als er 2009 den Innerschweizer Kultur-preis entgegennehmen durfte. Im gleichen Jahr erhielt der Musiker Emil Wallimann (geboren 1957) für sein Schaffen in den Musiksparten Jodel und Blasmusik den Goldenen Violinschlüssel, der bereits neun Jahre zuvor an Edy Wallimann (geboren 1946) für seine Verdienste auf dem Gebiet der Volksmusik überreicht worden ist.
zer Wend – 1493 klagte ein Heini zer Wend zusammen mit anderen Teilern ob dem Feld gegen die Teiler nid dem Feld, weil sie in der Nutzung der Alpen behindert wurden, obwohl sie auch Güter im unteren Teil besassen.
Windlin – Altes Landleutegeschlecht von Unterwalden, ursprünglich von Wolfenschiessen, urkundliche Erwähnung 1330. Heinrich Windlin wurde laut Einungsbuch 1572 ohne die Tochter Anna ins Kilcherrecht von Alpnach aufgenommen. Er dürfte identisch sein mit jenem 47-jährigen Heinrich Wynli, der 1591 beim ersten Kanonisationsprozess von Bruder Klaus als Zeuge aufgetreten ist. Wolfgang Winli, der auf der Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600 genannt ist und damit dem Rat angehörte, war wohl ein Nachkomme dieses Heinrich Windlin.
Winkelried – Das berühmte, längst ausgestorbene Nidwaldner Geschlecht stammt wahrscheinlich vom Gut Wichried am Fusse des Stanserhorns in der Nähe des Allweg. Die Winkelried waren Bürger von Ennetmoos und Stans. Der Name tritt erstmals in einer Urkunde im Stiftsarchiv Engelberg um 1250 auf: Ritter Rudolf Winkelried vertrat darin die Rechte des Klosters vor dem Rat in Zürich. Heinrich Winkelried, genannt Schrutan, war 1275–1303 in habsburgischen Diensten und erhielt vom Grafen Rudolf von Habsburg-Laufenburg im Jahr 1300 die Erlaubnis, seine Lehensgüter in Stans, Buochs und Alpnach dem Kloster Engelberg zu vergaben. Peter Winkelried, 1372 Inhaber von Zinslehen des Frauenklosters Engelberg im Niederstad, war vermutlich der Stammvater jener Winkelried, die im 15. Jahrhundert Fährrechte im Stad besassen. 1424 wehrten sich die Brüder Heini und Rüdi Winkelried in einem Rechtshandel für diese Fährenrechte. 1441 vertrat ein Hänsli Winkelried die Kilchgenossen von Alpnach vor dem Fünfzehnergericht, und 1449 gingen die Brüder Hans und Götschi Winkelried nochmals wegen Fährangelegenheiten vor Gericht. Dieser Hans Winkelried klagte 1453 zusammen mit anderen Grundbesitzern nid dem Feld gegen diejenigen ob dem Feld wegen der Benützung von Alpen und Allmenden. Der Alpnacher Zweig der Winkelried wird später nicht mehr genannt, und die Spuren der ursprünglichen Winkelried von Nidwalden verlieren sich mit dem Jahr 1536.
Zibi – Dieses Geschlecht wird während gut hundert Jahren in Alpnach genannt. 1493 vertrat ein Peter Zibi die Teiler ob dem Feld in einem Streit gegen die Teiler nid dem Feld vor dem Fünfzehnergericht. 1504 wird er dort als Viehbesitzer erwähnt; nach Anton Küchler muss seine Liegenschaft in der Gegend des Wänzli gewesen sein. 1529 wird vor dem gleichen Gericht ein Heini Zibi als Gutsbesitzer von Alpnach genannt. 1532 erscheint wieder Peter Zibi als Vogt der Kinder des Jost Suter vor dem Fünfzehnergericht. Dass die Zibi Kilcher in Alpnach waren, wird belegt durch Peter Zibi, der 1541 Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht war. 1551 wird er als Besitzer der Kreuzästi erwähnt, und um die gleiche Zeit erscheint sein Name mit mehreren anderen Vertretern dieses Namens im St. Anna-Rodel. Eine Cathrina Zybi, 43 Jahre alt, war 1591 mit Wolffgang im Grund verheiratet. Noch um 1600 müssen die Zibi in Alpnach zu den angesehenen Leuten gehört haben, denn auf der Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel ist ein Zibi als Barzin Sibi aufgeführt.
Zimmermann – Alte Landleute von Nidwalden, ursprünglich von Ennetbürgen und Buochs. Ein Nikolaus Zimmermann wird 1396 als Mitstifter der Frühmessereipfründe Stans erwähnt. 1630 wird einem Hanss Wolff gang Zimer man unter gewissen zeitlichen und finanziellen Bedingungen das Kilcherrecht von Alpnach erteilt. Man erlaubt ihm, dass er zusammen mit Beat Götschi das Kilcherrecht «nuzen und bruchen mag» als sei er eingeborener Kilcher, doch nur für seine Person, ohne die Kinder. Schliesslich erwarb er laut Einungsbuch 1647 das Kilcherrecht in Alpnach für sich allein um 200 Gulden.
von Zuben – Die von Zuben waren alte Landleute von Obwalden, zunächst Kilcher von Kerns. Der Name bezieht sich auf das Gut Zuben in St. Niklausen. Dem Wort Zuben liegt das lateinische Wort tuba (= Röhre) zugrunde. Erstmals erscheint der Name in einer lateinischen Urkunde vom 3. Oktober 1257. Der diesbezügliche Text lautet gekürzt: «Die Brüder Gottfried, Rudolf und Eberhard, Grafen von Habsburg, übertragen […] ihr Gut in Unterwalden […], in Alpnach die Erträgnisse von 4 Zigern, in Kägiswil […] von 4 Zigern weniger 2 s, in Sarnen […] von 10 ½ Zigern, dem Ulrich Haseler von Alpnach, Meister H. von Kerns, Meister Burkhard von Zuben, […] und Meister Heinrich in der Matten […].» Im Originaltext lautet die Bezeichnung für von Zuben «magistro Burcardo dicto de Zubun». Um 1470 waren die von Zuben bereits Kilcher in Alpnach, denn Niklaus von Zuben aus Alpnach war 1470–1472 Landvogt in Sargans und 1480, 1488 und 1494 regierender Landammann von Obwalden. Seine Siegelumschrift lautet: «S[igillum] * claus: uo[n] cuben*». In den Jahren 1533, 1536 und 1540 war Andrist von Zuben Vertreter von Alpnach im Fünfzehnergericht. In den folgenden Jahrhunderten tauchen die von Zuben immer wieder als Grundbesitzer im Einungsbuch von Alpnach auf. 1682 wurde ein Franz von Zuben samt seinen Nachkommen für siebeneinhalb Kuhschweren Alpig auf der Chretzenalp eingebürgert; er musste ausserdem jedem Kilcher eine Ürti bezahlen. 1685 wurde Josef Vonzuben, Kaspars Sohn, samt seinen Nachkommen um 700 Gulden eingebürgert; auch er musste jedem Kilcher eine Ürti bezahlen. Die letzte Familie von Zuben in Alpnach lebte auf dem Zil. Hier starb mit Anton von Zuben-Häcki (geboren 1879) am 4. Mai 1914 der letzte in Alpnach wohnhafte männliche Vertreter des Geschlechts. Seine Frau starb im gleichen Jahr. Ihre zwei Töchter wurden von Josef Stocker, Gunzwil/Rom, unter Beibehaltung des Alpnacher Bürgerrechtes, adoptiert. Stocker hatte in zweiter Ehe Christine von Zuben, die älteste Schwester von Anton von Zuben-Häcki, geheiratet. Die letzte der beiden adoptierten von Zuben-Töchter, Mathilde Stocker/von Zuben, früher wohnhaft in Rom, starb am 9. Mai 2007 in Meggen. Die letzte in Alpnach und auf dem Zil wohnende weibliche Vertreterin des Geschlechts war Theres, eine Schwester von Anton und Christine von Zuben. Sie war in erster Ehe mit Niklaus Spichtig, in zweiter Ehe mit Johann Nufer verheiratet gewesen und starb am 12. März 1963. – Nachkommen ausgewanderter von Zuben leben in Brasilien.

Liste der Familien, von denen wenig bekannt ist

1548 Dietenriedt Hans, der Junge, wird laut Einungsbuch wieder als Kilcher aufgenommen, weil er lange ausserhalb des Kilchgangs gewohnt habe. Doch seine Söhne Moÿsses und Michel werden nicht aufgenommen, da sie ausser Landes geboren worden sind. Als Dietelriedt findet man den Namen in dieser Zeit mehrmals im St. Anna-Rodel Alpnach verzeichnet.
1586 Schafer Galli (ev. Schefer oder Schäffer) wird laut Einungsbuch Kilcher von Alpnach.
1597 Im Heimgarten Heinrich und seine Kinder werden gemäss Einungsbuch für 100 Gulden Kilcher in Alpnach.
1600 Wirz Auf der Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600 sind ein Lorentz Wirz und ein Wirz ohne Vornamen aufgeführt. Es ist zwar nicht gesichert, dass alle auf der Wappenscheibe genannten Geschlechter Kilcher von Alpnach waren, doch sei der Name der Vollständigkeit halber hier erwähnt.
1601 Zumstein Beat und seine Kinder werden gemäss Einungsbuch für 100 Gulden ins Kilcherrecht aufgenommen. 1616 kauft Jakob Zumstein das Kilcherrecht für sich und alle seine Nachkommen. Er bezahlt für sich 200 Gulden und für seine Kinder je 50 Gulden.
1611 Flüeler, Flühler Altes Landleutegeschlecht von Nidwalden, ursprünglich von Oberdorf/Büren, 1396 urkundlich erwähnt mit Hans und Heinrich Flüeler als Mitstifter der Frühmessereipfründe von Stans. Andreas Flüeler samt Kinder wurde gemäss Einungsbuch von Alpnach 1611 für 100 Kronen ins Kilcherrecht aufgenommen.
1616 Schallberger Hans kauft gemäss Einungsbuch das Kilcherrecht in Alpnach für sich und seine Nachkommen für 200 Gulden und bezahlt jedem Kilcher eine Ürti.
1620 Wägner Hans (Wäger, Weger?) erhält gemäss Einungsbuch das Bürgerrecht für sich und seine Kinder für 300 Pfund. Bereits 1612 war er ins Obwaldner Landrecht aufgenommen worden, weil er einen Wolf geschossen hatte.
1631 Käslin Peters Kinder, die er ausserhalb des Kilchgangs bekommen hat, werden gemäss Alpnacher Einungsbuch 1631 ins Kilcherrecht aufgenommen.
1643 Frei Balz, Landspfeifer, Sohn des Kaspar Frei, erwirbt gemäss Einungsbuch das Kilcherrecht von Alpnach für eines seiner Kinder. Der Beschluss wird ein Jahr später dahingehend ergänzt, dass alle Kinder, die er jetzt habe und noch bekommen werde, Kilcher sein sollen. Trotz dieser Übereinkunft wird im folgenden Jahr wieder ein Kind von Balz Frei mit einem eigenen Beschluss ins Kilcherrecht aufgenommen.
Nach den Bestimmungen der Bundesverfassung von 1848 und der Statuten der Bürgergemeinde von 1868 und 1896 wurden in Alpnach eingebürgert:

1853 Freimuth Jakob Josef (geboren 1797), ledig, von Innsbruck, wohnhaft in der Klewigen, wurde 1853 bei der Zuteilung der Landsassen und Tolerierten durch das Los der Gemeinde Alpnach zugeteilt. Sein Vater Franz Joseph, verheiratet mit Anna Maria Schmidhalter, wurde altershalber nicht eingebürgert. Die Familie muss schon rund 50 Jahre in Alpnach gelebt haben, denn auf der Liste der für den französischen Dienst geworbenen Obwaldner zur Zeit der Mediation steht unter Alpnach ein Freymuth Franz Joseph. Die beiden Franz Joseph dürften wohl identisch sein. Jakob Josef Freimuth heiratete im hohen Alter noch eine Katharina Wallimann. Wohl deshalb und wegen dem Heimwesen Klewigli wird man ihn, den «eingetheilten Doleranten», 1875 gegen die Summe von 250 Franken noch ins volle Bürgerrecht aufgenommen haben. 1881 wurde er bevogtet, 1884 kam er ins Spital. Er scheint dort kurz darauf gestorben zu sein. Seine Frau starb 1887; ihr Nachlass wurde unter den vier Geschwistern Wallimann geteilt.
1868 Rohrer Josef, Feld
1874 Gander-Britschgi Franz Josef (1818–1883), Sternenwirt, wurde gemäss Protokoll des Kirchgenossenrates Alpnach am 18. Januar 1874 von der Bürgergemeindeversammlung für seine Person als Bürger aufgenommen.
1882 Von Ah Kaspar, Kreuzästi
1886 Diethelm Kaspar, Ingenieur, Sarnen, wird 1886 wegen seiner Verdienste um die Korrektion der Kleinen Schliere zum Ehrenbürger von Alpnach ernannt.
1894 Rohrer Peter Joseph, Rengg. Gestorben 1917.
1896 Rohrer Alois, Chälä, Gemeinderat. Gestorben 1929.
1896 Von Rotz Niklaus, von Kerns, wohnhaft in der Grunz und im Rainli. Gestorben 1938. Auf der Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600 sind ein Lorentz Wirz und ein Wirz ohne Vornamen aufgeführt. Es ist zwar nicht gesichert, dass alle auf der Wappenscheibe genannten Geschlechter Kilcher von Alpnach waren, doch sei der Name der Vollständigkeit halber hier erwähnt.
Alpnacher Familiennamen des 14. Jahrhunderts
Soweit noch nicht behandelt: Ammann, Arnold, Bluiwler, am Bort, von Buochs, Buittenner, zer Eich, Ennetbachs, under der Flue, Heki, Kolb, in Lo, Lucheler, von Melchtal, Nidrost, zem Nuiwenhus, Satteln, Scherer, Siber, Spilman, an der Spilstat, ab Stade, Steinibach, Trachsel, Tuirler, von Wangen, nid dem Weg, Wegscheiter, von Wile, Willinun, im Winkel, Wirt.
Alpnacher Familiennamen des 15. Jahrhunderts
Meistens Vertreter der Teilsamen vor Gericht, soweit noch nicht behandelt: Häcki, Trachsel, Wagner, Schöni, Schnider, Meyer, Mosacher, Kupferschmid, Lussi, Türler, Zwyhasler.
Alpnacher Familiennamen des 16. Jahrhunderts
Fünfzehnerrichter: Kuster (Jacob, 1533), Grundle (Hanns, 1552), Kretz (Heinnÿ, 1556), von Ewyl (Hans, 1561)

Wappentafel der Korporation Alpnach

Zusammengestellt von Pater Ephrem Omlin in Zusammenarbeit mit Paul fischer und gezeichnet vom Maler Albert Windlin.

Kollektiv-Wappenscheibe

Kollektiv-Wappenscheibe der Schönenbüel von 1600. das Original befindet sich in der Nostell Church in Wragby (England)